Düsseldorf: Spielwarengeschäft Schaper schließt

Düsseldorf : Spielwarengeschäft Schaper schließt

Das traditionsreiche Fachgeschäft an der Grabenstraße ist nur noch bis zum 31. Juli geöffnet. Zu den Gründen für die Schließung gehören geringe Margen, aber auch ein grundlegender Wandel in der Branche.

Die Regale sind schon recht leer, die Waren im Schaufenster mit roten Sonderpreisen versehen: Das Spielwarengeschäft Schaper an der Grabenstraße schließt zum Ende des Monats, und der Ausverkauf hat begonnen. Seit 1949 besteht der traditionsreiche Laden in bester Altstadt-Lage, seit Mitte der 80er-Jahre leitet ihn Dirk Schaper in dritter Generation. Die Top-Lage ist letztlich aber auch einer der Faktoren, die zum Aus für das Geschäft beigetragen haben. "Von München bis Hamburg findet man in den 1a-Lagen der Innenstädte praktisch keine Spielwaren-Fachgeschäfte mehr", sagt Dirk Schaper. Denn die Mieten, die in den begehrten Einkaufsstraßen verlangt werden, könnten mit Spielzeug kaum erwirtschaftet werden. Daher hatte er sein eigenes Geschäft in den vergangenen Jahren bereits deutlich verkleinert: "Aber auch so war es kaufmännisch nun einfach nicht mehr tragbar." Zu gering seien die Margen, die man mit Spielzeug erzielen könne. Wer als Nachmieter in das Geschäft einzieht, steht noch nicht fest. Interessenten gibt es jedoch reichlich.

Schaper gehörte zu den wenigen verbliebenen Traditions-Spielwarengeschäften in der Stadt. Vor drei Jahren hatte Spielwaren Lütgenau an der Graf-Adolf-Straße nach 134 Jahren geschlossen — auch in diesem Fall hatten die geringen Margen in der Branche eine Rolle gespielt. Dass es trotzdem noch Unternehmen versuchen, ist ganz in der Nähe von Schaper zu sehen: An der Wallstraße in der Altstadt hat Ende 2011 auf 250 Quadratmetern eine Filiale der spanischen Spielwaren-Kette Imaginarium eröffnet. Das Unternehmen ist mit 600 Geschäften in 25 Ländern vertreten und damit ganz anders aufgestellt als das kleine Familiengeschäft von Dirk Schaper. "Das funktioniert ganz anders — über die Größe des Unternehmens, mit einem ganz anderen Sortiment", sagt Schaper. Dass ihm der Konkurrent Kunden abgeworben habe, glaubt er indes nicht, zu unterschiedlich seien die Angebote und die Zielgruppen.

Schaper hat stets Wert auf ein ausgewähltes Sortiment gelegt, verkaufte hochwertiges Holzspielzeug und Qualitäts-Puppen. "Prinzipiell gibt es in Düsseldorf noch immer viele Kunden, die Wert auf hochwertiges Spielzeug für ihre Kinder legen." Allerdings können diese inzwischen auf andere Vertriebswege zurückgreifen, im Internet bestellen. Und ganz generell sei die Kindheit kürzer geworden: "Kinder haben heute schlicht weniger Zeit, um einfach zu spielen und zu sein."

Als Vorsitzender der Altstadt-Gemeinschaft ließ sich Schaper jüngst nicht wiederwählen. Das Aus für sein Geschäft bedauert er natürlich, mag aber nicht klagen. "Ich kann mich nicht beschweren, dass es einen Wandel gibt", sagt er: "Aber ich möchte bestimmte Dinge nicht verkaufen." Auch einen Online-Handel könne er sich für die von ihm angebotenen Waren nicht vorstellen. "Nehmen Sie einen Teddybär — den kauft man nicht im Internet."

(RP)