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Spendenaktion im Nettwerk Düsseldorf: Wie aus zehn Euro über 3000 Euro wurden

Spendenaktion im Nett-Werk Düsseldorf : Wie aus zehn Euro über 3000 Euro wurden

Beim Spaziergang mit seinem Hund hat Tugay Akyay in Düsseldorf-Hassels einen Zehn-Euro-Schein auf dem Boden gefunden. Mit Hilfe der Facebookgruppe Nett-Werk Düsseldorf wurden daraus bislang rund 3300 Euro für einen guten Zweck.

Eigentlich wollte Tugay Akyay den Zehn-Euro-Schein, den er beim Gassigehen mit seinem Hund Hector in Hassels gefunden hat, seinem Besitzer zurückgeben. Dazu hat er den Schein abfotografiert und im Nett-Werk Düsseldorf bei Facebook gepostet. „Ich habe in letzter Zeit häufiger gesehen, dass Leute da Handys gepostet haben, die sie irgendwo gefunden haben“, sagt Akyay. Die hätten dann zumeist den weg zurück zu ihren Besitzern gefunden. „Klar, bei einem Geldschein hätte sich natürlich jeder melden und behaupten können, dass der ihm gehöre“, so Akyay.

Bei ihm in der Nachbarschaft ist eine Wohngemeinschaft, in der Jugendliche aus sozial schwachen Familien betreut zusammenleben. Denen wollte er die zehn Euro am nächsten Tag vorbeibringen, wenn sich bis dahin niemand bei ihm gemeldet hätte. „Davon hätten die sich Kaugummis oder so kaufen können.“

Am Abend dann meldet seine Paypal-App zehn Euro Geldeingang, von seinem Cousin. Verwundert fragt er bei ihm nach. „Der fand meine Idee mit der Spende so gut, dass er sich daran beteiligen wollte“, sagte Akyay. „Das habe ich dann ins Nett-Werk geschrieben: 'Aus zehn Euro sind schon 20 geworden!'.“ Am nächsten Tag habe er dann einen weiteren Zehn-Euro-Schein in seinem Briefkasten gefunden, mit dem Hinweis, denn bitte auch mitzuspenden.

„Und dann nahm die Sache ihren Lauf“, sagte der ehrliche Finder. Mittlerweile (Stand Montagmorgen) seien bei Paypal 3120 Euro angekommen, dazu noch gespendetes Bargeld. „Inzwischen sind es rund 3300 Euro. Wahnsinn!“, freut sich Akyay.

Eigentlich hatte Akyay den Plan, das Geld am Sonntag den Jugendlichen zu übergeben. „Da es eine solch hohe Summe geworden ist, durften die das Geld aber nicht einfach so annehmen. Die haben sich aber irre gefreut.“

Im Nett-Werk Düsseldorf sorgt die Aktion für eine Menge Begeisterung. „Super-Sache Tugay Akyay. Bin stolz ein kleiner Teil davon zu sein! Mach weiter so!“ und „Wow, ich komme aus dem Staunen nicht raus! Was für eine schöne Aktion - unfassbar genial, was dabei raus gekommen ist.“ sind nur zwei von hunderten Kommentaren.

Strafbar gemacht hat sich Tugay Akyay übrigens nicht. Laut Paragraf 965 im Bürgerlichen Gesetzbuch muss ein Finder seinen Fund zwar „unverzüglich der zuständigen Behörde anzeigen“, jedoch heißt es dort weiter: „Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.“

(csr)