Düsseldorf: SPD stellt wieder den OB von Düsseldorf

Düsseldorf: SPD stellt wieder den OB von Düsseldorf

Wahlsieger Geisel wird gefeiert

Nach 15 Jahren regiert mit Thomas Geisel im Rathaus der Landeshauptstadt wieder ein Sozialdemokrat. Der 50-Jährige holte bei der Stichwahl fast 60 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU) gratulierte ihm.

Beide Kandidaten haben gekämpft bis zuletzt, schon vor 19 Uhr war das Rennen entschieden. Und das keineswegs knapp und mit einem überraschenden Sieger: SPD-Herausforderer Thomas Geisel landete mit 59,2 Prozent der Stimmen vor Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU). Der kam nur noch auf 40,8 Prozent der Stimmen. Im ersten Wahlgang vor drei Wochen hatte Elbers noch acht Punkte vor seinem Herausforderer gelegen.

Der Jubel bei der SPD kannte keine Grenzen: Mit "Thomas, Thomas"-Rufen wurde der 50-Jährige Jurist von seinen Parteifreunden empfangen, als er mit seiner Frau Vera, seinem Vater Alfred und dreien der fünf Töchter im Rathaus ankam. "Das ist der Wahnsinn!", freute sich Geisel. SPD-Parteichef Andreas Rimkus sprach von einem "Honigkuchentag".

Geisel, den vor einem Jahr noch kaum jemand in Düsseldorf kannte, hatte in den vergangenen drei Wochen seit dem ersten Wahlgang extrem aufgeholt: Hatte den Amtsinhaber nicht nur in eine Stichwahl gezwungen, sondern ihn auch noch deutlich überholt. Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Rheinischen Post hatte Geisel bereits vor zwei Wochen knapp vor Elbers gesehen. Nun lag der Sozialdemokrat sogar mit 19 Punkten vor dem Amtsinhaber.

Groß war die Enttäuschung bei der CDU. Sie muss nach 15 Jahren den Chefsessel im Rathaus der Landeshauptstadt abgeben. "Wir haben Seite an Seite gekämpft", sagte Elbers zu seinen Unterstützern, "um die Geschicke der Stadt weiterhin so erfolgreich zu gestalten wie in den vergangenen 15 Jahren. Aber das Ergebnis ist eindeutig." Als Elbers 2008 erstmals antrat, erhielt er auch knapp 60 Prozent der Stimmen. Einige Christdemokraten übten offen Kritik an Elbers. Er habe durch seine Amtsführung, viele Skandale und Fettnäpfchen die CDU bereits bei der Ratswahl am 25. Mai Stimmen gekostet. Nun komme der OB-Posten hinzu. Elbers habe in nur sechs Jahren das Erbe seines verstorbenen Vorgängers Joachim Erwin verspielt.

Elbers: "Das Ergebnis ist eindeutig"
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Da Elbers sein Amt nicht niedergelegt hat, sondern mit Blick auf den Termin für die Kommunalwahl nur einen frühen Termin für die OB-Wahl ausgesucht hatte, ist er die vollen sechs Jahre im Amt. Seine Amtszeit dauert demnach laut Angaben aus dem Rathaus bis einschließlich 1. September.

Die Ratssitzung Anfang Juli wird er also noch leiten und auch den Amtsgeschäften weiterhin nachgehen, falls er sich nicht vertreten lässt. Vertreter für die Leitung der Stadtverwaltung wäre Stadtdirektor Manfred Abrahams, für die repräsentativen Termine und die Leitung der Ratssitzung wären das die Bürgermeister. Über Platz 1 auf der Reserveliste zieht Geisel jedoch schon mal in den Stadtrat ein. Wenn er Anfang September das OB-Amt übernimmt, rückt Matthias Herz in den Stadtrat nach.

Die Grünen behalten sich vor, sowohl mit SPD und FDP als auch mit der CDU zu verhandeln. Am Mittwoch soll die Grünen-Basis bei einer Mitgliederversammlung entscheiden. Auch die FDP betont, mit allen demokratischen Parteien Gespräche führen zu wollen.

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(RP)