Gewinnplus in Düsseldorf: Sparkasse gut im Geldgeschäft

Gewinnplus in Düsseldorf : Sparkasse gut im Geldgeschäft

Nach einem guten Geschäftsjahr 2010 schaut das Kreditinstitut mit Zuversicht ins laufende Jahr. Der Gewinn vor Steuern stieg von knapp 77 auf 103 Millionen Euro. Rund 300.000 Konten werden verwaltet.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat im vergangenen Geschäftsjahr 2010 Gewinn gemacht und glaubt auch für 2011 an gute Geschäfte. Das ist das Fazit einer Bilanz-Pressekonferenz, in der der Vorstand des Kreditiinstituts gestern an der Berliner Allee seine Zahlen präsentierte.

"Die strategische Neuausrichtung — weg von einer kapitalmarktorientieren Geschäftspolitik, hin zu einer traditionellen, der Realwirtschaft verpflichteten Ausrichtung — zahlt sich weiter aus." In diesem Satz fasst der Vorstand die neue Strategie zusammen, die auch unter dem hausinternen Arbeitstitel "Nachhaltigkeit 2013" läuft. Gemeint ist damit, dass die Stadtsparkasse zwar nach wie vor die gängigen Geldgeschäfte nebst Beratung anbietet, sich aber vor allem als Bank des Handwerks, des Mittelstandes oder auch, ganz wertfrei, des kleinen Mannes sieht. Unter dem früheren Vorstand hatte man versucht, mehr nach den Regeln großer Privatbanken zu agieren, damit aber — trotz keineswegs geringer Erfolge — wenig Beifall geerntet. Nun also seit Amtsantritt von Vorstands-Chef Peter Fröhlich zurück zu den Traditionen.

Ein Schritt, der zu funktionieren scheint. Jedenfalls sprechen die Zahlen für diese Einschätzung: Den Gewinn vor Steuern steigerte man auf rund 103 Millionen Euro (2009: 77 Millionen), die Durchschnittsbilanzsumme liegt (fast unverändert) bei 12,2 Milliarden Euro, der Umsatz im Wertpapiergeschäft seigt von 1,7 auf knapp 2,1 Milliarden Euro.

Im Verlaufe des Jahres 2010 konnte die Sparkasse den Stimmungswandel in der Wirtschaft sehr genau am eigenen Geschäftsverlauf ablesen. Bis zum 3. Quartal war die Nachfrage der Wirtschaft nach Krediten eher verhalten und zog erst im 4. Quartal an, als immer mehr Zeichen auf eine rasche konjunkturelle Erholung deuteten. Anders das Verhalten der privaten Kunden: Übers gesamte Jahr registrierten die Berater der Sparkasse eine große Nachfrage vor allem nach Baukrediten.

Die historisch niedrigen Zinsen überzeugten viele, jetzt ihre Chance auf die eigenen vier Wände zu nutzen. 500 Millionen Euro neue Baudarlehen gab die Sparkasse 2010 heraus, fast 30 Prozent mehr als 2009. Insgesamt ging das Kreditgeschäft um gut zwei Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurück.

Nach wie vor stabil ist die Zahl der Konten: 300 000 Privat- oder Geschäftskonten betreute man im laufenden Jahr, darunter 23 000 neu Hinzugekommene. Die Zahl der Sparkonten liegt konstant bei 430 000. Das Einlagengeschäft lag bei rund 7,1 Milliarden Euro und damit fast 200 Millionen Euro höher als 2009.

Für 2011 rechnet man mit vergleichbaren Zahlen und schaut "verhalten optimistisch" ins gerade begonnene Jahr. Die Zinswende der Europäischen Zentralbank erwartet man frühestens im letzten Quartal, und dem Dax traut man zu, noch um fünf bis zehn Prozent zuzulegen.

(RP)
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