Nach der Pooth-Affäre: Sparkasse: Ex-Chefs wollen viel Geld

Nach der Pooth-Affäre : Sparkasse: Ex-Chefs wollen viel Geld

Die beiden fristlos entlassenen Sparkassen-Vorstände Heinz Martin Humme und Karl-Heinz Stiegemann wollen hohe Abfindungen von der Stadtsparkasse. Das bestätigte gestern ein dem Verwaltungsrat der Sparkasse nahe stehender Kommunalpolitiker.

Über Anwälte sei Kontakt aufgenommen worden, aber die Wünsche der beiden ("Maximalforderungen" seien völlig indiskutabel. Insider gehen davon aus, dass vor allem Humme auf einen siebenstelligen Betrag (weit über eine Million Euro) käme, würde ihm das Gehalt bis zum ursprünglichen Vertragsende (in zwei Jahren) nebst umfangreichen Versorgungsansprüchen für das Alter ausgezahlt. Auch bei Stiegemann dürfte der Betrag hoch sechsstellig sein.

Die Bereitschaft in der Politik ist jedoch äußerst gering, solche Forderungen anzunehmen. Das Ziel aller Parteien, die im Verwaltungsrat (Kontrollgremium der Sparkasse ) sitzen: Gar nichts zahlen, weil man der Ansicht ist, dass das Verhalten der Vorstände eine fristlose Kündigung rechtfertige. Außerdem wissen alle Beteiligten, dass es einen Sturm der Entrüstung bei den Wählern gäbe, wenn den Sparkassen-Chefs am Ende auch noch ein goldener Handschlag geboten werde. Nun rechnet man damit, dass die beiden Ex-Chefs klagen werden.

Franjo Pooth, der mit den ihm zugebilligten Krediten durch die beiden Vorstände die ganze Sache ins Rollen brachte, hat ein paar schwere Tag vor sich: Am Montag und Dienstag (23. und 24. Juni) hat er einen Termin bei der Kripo. Dort wird man ihn jeweils den gesamten Tag zu den Vorwürfen der Insolvenzverschleppung und der Bestechung verhören. Notfalls werden noch weitere Termine anberaumt, hieß es gestern. Diese Vernehmungen sollen eigentlich schon diese Woche stattfinden, doch Pooths Anwälte hatten um Aufschub gebeten.

(RP)
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