1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Sorge vor Immobilienblase wächst

Düsseldorf : Sorge vor Immobilienblase wächst

Beim Wort Immobilienblase denken Viele mit Schrecken an die Finanzkrise in den USA und Spanien. Dort waren die Preise für Wohnimmobilien innerhalb weniger Jahre explodiert. Die Ursachen waren vielfältig.

Einer der Gründe war, dass die Zinsen dort Anfang des Jahrtausends sehr niedrig waren. Dadurch konnten sich Menschen für das gleiche Geld mehr Immobilie leisten. Diese steigende Nachfrage löste einen Preisschub aus. Es gipfelte in einer Spekulationsblase - mit vielen Marktteilnehmern, die mit dem weiteren Preisanstieg fest kalkulierten. Als die ersten Kredite nicht bedient werden konnten, fiel dieses Konstrukt wie ein Kartenhaus zusammen. Die Immobilienpreise fielen dramatisch.

Teile dieser Ausgangslage finden sich auch in Düsseldorf. Die Immobilienpreise steigen seit Jahren rasant. Besonders stark zu beobachten ist das im Segment der Düsseldorfer Luxusimmobilien. Bei Häusern mit einem Wert von mehr als 1,2 Millionen Euro sind die Preise in weniger als zehn Jahren um mehr als 31 Prozent gestiegen, wie die Zahlen des Instituts für Wohnungswirtschaft belegen. Gespeist wird diese Tendenz durch die seit Jahren günstige Zinsentwicklung. "Die Zinsen sind so niedrig wie in meinem ganzen Leben noch nie", sagt Georg Rotthege, stellv. Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstücksbewertung. "Wenn die Zinsen irgendwann drehen, werden auch die Düsseldorfer Preise wieder runterkommen", so Rotthege. Eine Blasenentwicklung sehe er aber nicht. Bevor eine Blase entstünde, würden die Käufer ins Umland ausweichen.

Diese Woche hatte ein Banker vor einer Blasenbildung gewarnt. "Gerade im Luxussegment beobachten wir die beginnende Bildung einer Spekulationsblase in der Stadt. Guten Gewissens kann ich meinen Kunden ein solches Investment zu den jetzigen Preisen nicht empfehlen", hatte Hans Staudinger, Chef der Walser Privatbank im RP-Interview gesagt. Auch einige Makler bestätigen, dass bei einigen Luxusobjekten noch zwei Drittel der Objekte zu haben sind. "Nicht bei jedem Luxusbau stehen die Millionäre Schlange", sagte ein Projektentwickler.

Die Makler aber warnen vor Panikmache. "Es gibt keine Immobilienblase in der Stadt", sagt Thomas Glodek von Aengevelt Immobilien. Die Entwicklung sei mit Spanien und den USA nicht vergleichbar. Übertriebene Preisanstiege seien Ausnahmen und nicht die Regel. Ein Bankexperte kommentierte: "Dadurch, dass sich die Bauherren hier den niedrigen Zinssatz für zehn Jahre und länger sichern, sei auch ein Anstieg der Zinsen keine Gefahr für den Immobilienmarkt."

(ila)