Altstadt : Sorge ums Image

Drei Menschen wurden bei Messerstechereien verletzt. Das ist nicht symptomatisch für die längste Theke der Welt, sagen Wirte und Polizei. Alltag dagegen sind Junggesellen-Abschiedsfeiern, die viele Gästen lästig finden.

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p class="text">Heute und morgen brodelt's wieder in der Altstadt. Tausende suchen Entspannung an der längsten Theke der Welt, die Düsseldorf bundesweit zur "heimlichen Hauptstadt der Junggesellen-Abschiede" hat werden lassen. "Wenn man den Herren früh genug sagt, dass es auch in der Altstadt Regeln gibt, sind die kein Problem", sagt Isa Fiedler. "Gesungen wird nur da, wo die Musik spielt - und nur das Lied, was gerade läuft." Man müsse das, sagt die Knoten-Wirtin und Sprecherin der Altstadtwirte, bloß früh genug erklären. "Nicht erst, wenn alle betrunken sind."

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p class="text">Die Junggesellen-Abschiedsfeiern - an manchem Abend sind es über 30 - werden von vielen Altstadtgästen als Belästigung empfunden. Dirk Schaper von der Altstadt-Gemeinschaft hat dafür eine Lösung: "Es gibt Zeiten, zu denen man einfach nicht in die Bolker Straße geht." Dass sei auch durchaus in Ordnung, denn: "Die Altstadt braucht auch diese Partyzone und die Leute, die dort hingehen."

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p class="text">"Es gibt auch nette Junggesellengruppen und Fußballclubs", sagt Uerige-Wirt Michael Schnitzler wenig überzeugend. "Gelegentlich müssen wir aber einschreiten und aufpassen, dass sich die Gruppen nicht gegenseitig hochschaukeln." Man dürfe nicht "von fünf Stunden in einer Samstagnacht" den Ruf der Altstadt für die ganze Woche ramponieren lassen.

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p class="text">Wenn der Uerige um ein Uhr früh schließt, ist in der Altstadt auch am Wochenende Publikumswechsel angesagt. "Dann kommen viele, die bis dahin in anderen Stadtteilen gefeiert haben, um hier weiter zu feiern", sagt Isa Fiedler. Der Alkohol-Pegel ist dann hoch, die Menschenmenge groß und dann, sagt auch Polizeisprecher Markus Nieszery, seien "Probleme unvermeidbar".

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p class="text">Die Zahl der Fälle, in denen die Polizei einschreiten muss, gebe aber keinen Anlass zur Sorge: "Im Gegenteil. Gerade am Kopf der Bolker Straße ist die Kriminalität um 8,8 Prozent zurück gegangen, seit wir die Videoüberwachung haben." Auch die Präsenz der Einsatztruppe "Prios" habe sich positiv ausgewirkt. Dass in der Nacht zum Feiertag drei Menschen bei Messerstechereien verletzt worden (siehe Info) sind, sei "kein Symptom für die Gefährlichkeit der Altstadt."

Den Erfolg der Videoüberwachung hat auch die Altstadtgemeinschaft registiert. "Wir wünschen uns eine Ausweitung auf den Burgplatz", sagen Schaper und Fiedler gleichermaßen. Denn das Publikum, dass sich dort nächtens auf der Treppe treffe, bereite viele Probleme. Isa Fiedler: "Es ist nur schade, dass ausgerechnet die für viele Düsseldorfer das Altstadt-Bild prägen. Das hat die Altstadt nicht verdient."

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