Sommer 2019: So geht Düsseldorf mit der Hitze um

Schulen, Kitas, Firmen, Seniorenheime : So geht Düsseldorf mit der Hitze um

Seniorenheime, Krankenhäuser und Unternehmen begegnen der Hitze auf vielfältige Art. Vor allem wird empfohlen, ausreichend Wasser zu trinken. Einige Schüler haben früher frei.

Der Sommer ist da – und treibt es gleich auf die Spitze. Am Montag kletterten die Temperaturen bis auf 33 Grad, für Dienstag werden sogar bis zu 37 Grad erwartet. Während einige Sonnenanbeter das Beste aus der Situation machen und das Rheinufer und die Parks bevölkern, werden vielerorts Vorkehrungen getroffen, um die Menschen vor den Folgen der Hitze zu schützen. Im Folgenden ein Überblick:

Unternehmen „Die Hitze ist für die Mitarbeiter unerträglich“, erklärt Roland Krüger, Inhaber der gleichnamigen Straßenbaufirma aus Düsseldorf-Hamm. „Deswegen hatten wir uns über unsere Whatsapp-Gruppe darüber verständigt, dass wir am Montag schon alle um sechs Uhr morgens mit der Arbeit beginnen“, so Krüger.

Außerdem würden die Pausen freiwillig verkürzt. „So können die Mitarbeiter bereits um 14.30 Uhr Feierabend machen.“ Ihnen stünden kostenlos Getränke zur Verfügung: „Und sie haben Sonnencreme und Kappen dabei.“

Ähnlich geht man am Flughafen vor. „Extreme Temperaturen über 30 Grad sind für die Kollegen auf dem Vorfeld eine besondere Herausforderung“, erklärt Sprecher Christian Hinkel. „Denn die Sonneneinstrahlung ist dort noch um ein Vielfaches stärker als anderswo.“ Für die Mitarbeiter der Gepäckabfertigung bedeute das, dass sie viel trinken und ihre Pausen bestmöglich einhalten sollten. „Es stehen Getränkespender mit kaltem Wasser zur Verfügung.“

Seniorenheime Trinken, trinken, trinken – das ist auch für alte Menschen wichtig. In den Altenheimen wird besonders darauf geachtet. Bei Caritas, Diakonie, Awo und in den DRK-Heimen kontrollieren die Pflegekräfte, ob genug getrunken wurde. Und sie servieren von kühlen Tees mit frischer Minze bis zu Wassermelone und Eis kleine Zwischenmahlzeiten, die noch mehr Flüssigkeit bedeuten.

Für alle gilt: Gelüftet wird morgens und abends. Mittags bleiben die Fenster zu. Markisen und Jalousien werden früh geschlossen. Bei der Awo schützen reflektierende Folien die Wintergärten vor direkter Sonneneinstrahlung und Klimageräte in den Dienstzimmern die Medikamente vor Erwärmung.

Kitas Eis ist ein probates Mittel auch in den Kitas der gleichen Träger. Wobei es nicht zur Stimmungsverbesserung benötigt wird: „Die Kinder sind bester Laune und spielen auf dem Matschplatz“, heißt es etwa von der Caritas. Überhaupt sind Wasserspiele beliebt, wenn es überhaupt nach draußen geht.

Das ist in den Awo-Kitas vor allem mittags untersagt. Sonnencreme und kühle Getränke stehen in allen Einrichtungen bereit, Eltern sollten ihre Kleinen am besten eingecremt und mit Sonnenhut in die Kita bringen. „Wir cremen den ganzen Tag nach“, sagen die Erzieher etwa beim DRK.

Schulen „Wir haben viele Schulen in den unterschiedlichsten Gebäuden, bei denen Hitzefrei-Maßnahmen ganz individuell ausfallen“, so Dagmar Wandt, Leiterin des Schulverwaltungsamtes. Am Humboldt-Gymnasium in Pempelfort ist heute und morgen um 11.30 Uhr Schulschluss.

Angebote wie die Nachmittagsbetreuung oder Mittagessen beginnen früher. Die Schulen dürfen Kinder bis zur sechsten Klasse nur nach Absprache mit den Eltern früher nach Hause schicken. Deshalb gibt es auch Betreuungsangebote für Kinder, die normalerweise nicht an den Mittagsprogrammen teilnehmen.

Die Werner-von-Siemens-Realschule und die Joseph-Beuys-Gesamtschule setzen auf Kurzstunden. Die Unterrichtsstunden an der Gesamtschule werden zum Beispiel von 60 auf 45 Minuten gekürzt.

Am Wim-Wenders-Gymnasium gibt es heute um 12 Uhr Hitzefrei. Bis dahin kann der Unterricht aber auch verlagert werden, wenn es drinnen zu warm wird. „Das heißt, Unterricht auf dem Schulhof im Schatten oder im Bio-Garten“, sagt Schulleiterin Antonietta Zeoli.

Gartenamt Die Stadt hat eine Bestandsaufnahme beauftragt. „Die Gebietsleiter geben heute Rückmeldung zum Vitalitätszustand der Bäume in ihren Vierteln“, sagt ein Stadtsprecher. Danach werde man sehen, ob Maßnahmen eingeleitet, etwa zusätzliche Touren gefahren werden müssen, um vor allem junge Bäume zu gießen, oder ob Frischwasser in Seen gepumpt werden muss. „Bisher haben wir noch nicht eine so lang anhaltende Trockenheit wie in 2018“, sagt der Sprecher.

Krankenhäuser Die Operationssäle der Kliniken sind klimatisiert, so dass keine Eingriffe ausfallen müssen. Es könne aber vorkommen, dass es Patienten wegen des Wetters schon bei der Ankunft im Krankenhaus schlecht gehe, erläutert die Leiterin der Zentralen Notaufnahme im Sana-Klinikum Gerresheim, Marion Hoffmann: „In solchen Fällen können Eingriffe verschoben werden.“

Die Patientenzimmer der Kliniken sind nur teilweise klimatisiert. Im Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) sind beispielsweise einige mit so genannten Kühldecken ausgestattet; im Krankenhaus Elbroich sind Säulenventilatoren im Betrieb. Die Kliniken halten ihre Patienten an, ausreichend zu trinken; auch die Zahl der Infusionen steigt.

Tierheim Auch den Tieren macht die Hitze zu schaffen. Deshalb gibt es am Mittwoch und Donnerstag ein Besuchsverbot für die Hunde im Tierheim an der Rüdigerstraße. „Die Tiere sind neugierig und laufen bei Besuch in den Außenbereich. Dort heizt sich aber der Bodenbelag zu sehr auf, obwohl wir ihn regelmäßig wässern“, sagt Tierheimleiter Timo Franzen.

Abkühlung sollen die rund 100 Hunde und 180 Katzen auch in kleinen Kunststoff-Planschbecken finden. „Wir haben in den sozialen Medien dazu aufgerufen, uns beispielsweise dafür Sandmuscheln zu stiften, in denen dann die Hunde im Wasser baden können. Und auch einige Katzen lieben es, ihre Pfoten im Wasser abzukühlen“, sagt Franzen.

Klimageräte Klimageräte werden aktuell knapp. „Wir haben nur noch ein paar wenige“, erklärte ein Sprecher des Haushaltsgerätehändlers Granderath. Ventilatoren gebe es noch genug.

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