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Solidarische Landwirtschaft in Düsseldorf geht ins sechste Jahr

Solidarische Landwirtschaft in Düsseldorf : Acker und Ernte zum Teilen

Die Solidarische Landwirtschaft Düsseldorf sucht neue Mitglieder zum Gärtnern. Wer mitmacht, bekommt wöchentlich frisches Gemüse nach Hause geliefert.

Frisches Gemüse für Stadtbewohner – und das nicht aus dem Supermarkt, sondern vom „eigenen“ Acker? Seit sich vor sechs Jahren Düsseldorferinnen und Düsseldorfer in der Solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi, zusammengeschlossen haben, ist das auch in der Landeshauptstadt möglich. Gerade in Mietverhältnissen ist ein eigener Garten oft nur Wunschdenken, Parzellen im Kleingarten sind meist nur schwer und nach Wartezeiten zu bekommen. Anders sieht es in der Solawi aus, hier bewirtschaften die um die 230 Mitglieder inzwischen zwei Ackerflächen.

Der Hauptacker liegt gepachtet vom Lammertzhof in Kaarst-Büttgen und inzwischen stehen auch im Südpark in Düsseldorf Anbauflächen zur Verfügung. Ein Team aus sechs Teilzeitangestellten kümmert sich ganzjährig um diese Flächen, Kernpunkt des Vereins ist es jedoch, gemeinsam mit anzupacken. Sei es beim Anlegen von Beeten, dem Pflanzen von Setzlingen oder der Ernte – alle Mitglieder sollen selbst mit ihrem Essen in Berührung kommen. Bettina Strunk ist seit drei Jahren mit dabei und seit kurzem Mitglied des Vorstandes. Man könne etwa acht Ackertage im Jahr einplanen, erzählt sie, mehr sei aber auch immer möglich. „Gerade Unkraut muss eigentlich immer gejätet werden“, berichtet sie.

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Mit jedem gemeinsamen Tag wachse die Gemeinschaft auch näher zusammen. „Viele Mitglieder erfahren, dass gemeinsame Ackerarbeit Freude macht“, erzählt Cora Arbach, die den Verein mit gegründet hat und seit 2019 als Angestellte für die Solawi arbeitet. Es wird auch mal gemeinsam gegessen und gefeiert.

Um die Ernte zu den einzelnen Mitgliedern zu bringen, gibt es an verschiedenen Orten in der Stadt Verteilpunkte, an denen für einen bestimmten Zeitraum am Wochenende die Erträge abgeholt werden können. „In der vergangenen Saison hatten wir rund 100 Anteile zu vergeben“, sagt Cora Arbach. Durchschnittlich kostet ein Ernteanteil pro Monat etwa 110 Euro, viele teilen sich ihre Anteile auch.

Die Kosten lassen sich als Richtwert verstehen – Sinn einer solidarischen Landwirtschaft ist es, dass jeder so viel gibt, wie er kann. „Wir müssen auf eine bestimmte Summe kommen, die unsere Produktion trägt, in der Regel gleicht sich das aber alles gut aus“, meint Bettina Strunk. Organisiert wird dies alles in einer Bieter-Runde, die 2022 am 20. Februar stattfinden wird. Neue und alte Mitglieder haben im Vorfeld die Möglichkeit, bei einer virtuellen Partnerbörse Erntegemeinschaften zu finden, die sich gemeinsam einen Anteil teilen. „Das eignet sich für Singles, aber natürlich auch für WGs oder Familien, jede und jeder egal welchen Alters kann bei uns mitmachen“, so Strunk.

Dafür gibt es ein Jahr lang jede Woche frisches Gemüse vom selbst mit bearbeiteten Acker. Lediglich von Januar bis April werde nur alle zwei Wochen verteilt. Je nach Ertrag sind die Boxen dann meist in den Sommermonaten prall gefüllt, in anderen Wochen nur mäßig.

Für dieses Jahr soll die Solawi als Bildungsort noch weiter ausgebaut werden. „Für unsere Mitglieder, aber auch für die Öffentlichkeit wollen wir Vorträge und Workshops zu verschiedenen Themen anbieten, etwa zur Biodiversität, regionalen Pflanzen, zur Anzucht und zum ganzheitlichen Ansatz, den wir verfolgen“, erzählt Strunk. „Vor allem aber soll man Freude daran haben, als Gemeinschaft andere Wege der Versorgung zu gehen“, ergänzt Arbach.

Info Interessierte können sich am 27. Januar ab 19.30 Uhr im Unverpacktladen Pure Note in Bilk, online am 30. Januar ab 15.30 Uhr und 2. Februar ab 19 Uhr sowie am 6. Februar ab 11 Uhr im Café Südpark über die Solawi informieren. Für die Vorort-Termine wird um Anmeldung gebeten. Die Partnerbörse findet online am 13. Februar ab 18 Uhr statt, die Bieterunde am 20. Februar. Weiter Informationen auf www.solawi-duesseldorf.de