Düsseldorf: Solidar-Euro für den Rosenmontagszug?

Düsseldorf : Solidar-Euro für den Rosenmontagszug?

Prinzenclub-Chef Jobsi Driessen schlägt vor, am Zoch – ähnlich wie bei der Jazz-Rally – einen Button zu verkaufen. Im CC sieht man organisatorische Probleme, will die Idee aber prüfen. Hintergrund: Die Jecken brauchen dringend mehr Geld.

Prinzenclub-Chef Jobsi Driessen schlägt vor, am Zoch — ähnlich wie bei der Jazz-Rally — einen Button zu verkaufen. Im CC sieht man organisatorische Probleme, will die Idee aber prüfen. Hintergrund: Die Jecken brauchen dringend mehr Geld.

Der Düsseldorfer Karneval sucht händeringend nach neuen Geldquellen — und Prinzen-Club-Präsident Jobsi Driessen ist sich sicher, eine gefunden zu haben. Der im Karneval einflussreiche Obernarr der Gerresheimer-Bürgerwehr (und Ex-Prinz) schlägt vor, zum Rosenmontagszug einen Narrenzoll zu erheben. Driessen: "Ich halte es für völlig falsch, die Fußgruppen zur Kasse zu bitten. Man sollte bei den Zuschauern kassieren! Im Theater zahlen ja auch nicht die Darsteller, sondern die Zuschauer". Driessen präsentierte den Vorschlag jetzt bei der center.tv-Talkrunde "Alt ohne Filter" mit Schützenchef Lothar Inden und Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven .

Die Umsetzung stellt er sich wie folgt vor: Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) lässt einige Zigtausende Sticker herstellen (Driessen: "Die kosten in China nur ein paar Cent!") und schickt schon in den Tagen vor dem Rosenmontag Leute durch die Stadt, die diese Sticker für einen Euro pro Stück verkaufen. Mehr dürfe man auf keinen Fall nehmen, denn einen Euro — den habe fast jeder übrig, meint Driessen.

Am Rosenmontag selbst könnte man diese "Verkäufer" überall dort postieren, wo die Besucherströme zum Zoch entlang müssen. "Natürlich wird nicht jeder einen Sticker kaufen, aber wenn es nur zehn Prozent sind, dann haben wir bei rund einer Million Besuchern schon 100 000 Euro in der Kasse — damit wäre das die größte Sponsorensumme für den Rosenmontagszug," rechnet Driessen vor.

Den Einwand, das funktioniere nicht, lässt der frühere LTU- und Klüh-Chef nicht gelten: Schon seit Jahren finanziere man genau so den Veedelszoch in Gerresheim, und das klappe sehr gut. Immerhin sei dieser Umzug der Größte in Düsseldorf. Er meint auch, man müsse die Wirte mit einspannen — denn die machten ja schließlich durch den Karneval erhebliche Umsätze. In den Kneipen müsste den Verkäufern erlaubt werden, die Sticker zu verkaufen.

Als Vorbild dienen die Jazz-Rally. Auch für dieses Musikspektakel werden Buttons verkauft (allerdings viel teurer), mit denen man die offenen Konzerte besuchen kann.

Beim CC sieht man die Idee mit einiger Skepsis. CC-Präsident Josef Hinkel: "Ich finde es ja gut, dass man sich Gedanken macht, aber ich frage mich, ob das organisatorisch überhaupt machbar ist." Hinkel warnte vor allzu viel Aktivität bei der Frage, das sei kontraproduktiv.

Allerdings beobachtet er auch, dass das Prinzenpaar bei seiner Spendenaktion bereits ähnliche Wege geht. Zwei Begleiterinnen von Prinz und Venetia sind oft im Begleittross und verkaufen bei den Veranstaltungen im Saal Ansteck-Spangen des CC in zwei Größen (für drei oder fünf Euro) oder die Rheinschleife vom Orden des Prinzenpaares für zehn Euro. Mehrere Hundert dieser kleinen Schmuckstücke sind bereits verkauft worden.

Schon vor einigen Wochen war eine Bitte um Geld von den Narren, aber auch von den Schützen, bei den Parteien des Rates auf Verständnis gestoßen. Beide Gruppen machten glaubhaft, die Kosten vor allem für die enorm verschärften Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr allein stemmen zu können und hatten um Hilfe gebeten. Alle Parteien im Rat hatten signalisiert, für Gespräche bereit zu sein, um beiden zu helfen.

(RP)