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So wird die "Rheingold"-Inszenierung in Düsseldorf am 23. Juni 2017

Vor der Premiere : Düsseldorf wird ein betörendes "Rheingold" bekommen

Wagners "Rheingold" feiert am 23. Juni Premiere in der Düsseldorfer Oper. Bei den Proben ist gerade Halbzeit - wir waren beim "Bergfest" und haben zugehört, als Regisseur und Bühnenbildner aus dem Nähkästchen plauderten.

Der Regisseur hat den Durchblick, und zwar besonders dann, wenn es darauf ankommt. Etwa als eine Frau ein wenig verloren im Probensaal des Opernhauses steht, zwischen Büffet und Stehtischen und Besuchern, und sich mit fragendem Blick umschaut. "Suchen Sie nach einem Glas Weißwein", fragt also Dietrich W. Hilsdorf und winkt dabei auch schon wissend in die richtige Richtung. "Dass Sie meine geheimsten Wünsche erraten können. . .", antwortet die Frau, und der Künstler freut sich und nippt am eigenen Glas, und diese Szene ist nicht einmal die erfreulichste an diesem Abend.

Die Proben für Richard Wagners "Rheingold" - Auftakt zu einer neuen Produktion von Wagners "Ring des Nibelungen" an der Rheinoper - laufen auf vollen Touren, und man kommt wohl gut voran. Und weil der Regisseur das auch gerne zeigen möchte, luden er und sein Team zu einem Bergfest im Probensaal und gaben schon erste Einblicke in die Inszenierung, die am 23. Juni große Premiere hat. Neben besagtem Weißwein gab es Schnittchen und musikalische Kostproben, und fast alle Beteiligten waren dabei.

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Wie führt man Regie bei einer Wagner-Oper? "Auf keinen Fall zuviel lesen."

Am meisten strahlen sollte an einem so festlichen Abend vermutlich der Opernchef, aber Christoph Meyer hat gerade eine Zahn-Operation hinter sich, deshalb wagt er nur eine kurze Rede. Das große Wort haben bei dieser Gelegenheit also die anderen, aber die erzählen ja auch gern.

 Regisseur Dietrich W. Hilsdorf am Fenster des Probensaals im Opernhaus.
Regisseur Dietrich W. Hilsdorf am Fenster des Probensaals im Opernhaus. Foto: Susanne Diesner

Allen voran der Regisseur, der sich - natürlich! - viele Gedanken gemacht hat und einige davon nun mit den geladenen Gästen teilt. Etwa wie - für sehr kurze Zeit - die Idee entstand, die Oper auf einem Schaufelraddampfer auf der Elbe spielen zu lassen. Oder wie er sich dagegen wehre, immer noch, dass bei einer Inszenierung einer Wagner-Oper alle anderen immer schon alles wüssten. Und das dem Regisseur auch mitteilten. "Alles war schonmal da, alles ist schon mal gemacht worden", sagt Hilsdorf: "Man darf auf keinen Fall zuviel lesen."

Rheintöchter in einem "Haus der Sünde"

Auch Bühnenbildner Dieter Richter lässt sich ein wenig in die Karten schauen, der für die Inszenierung einen Salon aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gestaltet hat. Einen Salon in einem "Haus der Sünde", und das wird - man darf das ruhig sagen - auch in den Kostümen der drei Rheintöchter offenbar, die sie für diesen Abend schon angelegt haben. Ramona Zaharia (Floßhilde), Maria Kataeva (Wellgunde) und Anke Krabbe (Woglinde) tragen ebenso aufwendige wie freizügige Gewänder in unterschiedlichen Grüntönen, sie sehen reizend darin aus, und zusammen mit Michael Kraus als Alberich geben sie an diesem Abend einen Vorgeschmack auf die Musik.

Die klingt selbst nur mit Klavierbegleitung und ohne die Düsseldorfer Symphoniker (Generalmusikdirektor Axel Kober dirigiert trotzdem mit) betörend. Das edle Salon-Bühnenbild gibt es hier freilich nur auf Skizzen, man muss sie sich groß denken oder freut sich stattdessen über die alternative Kulisse: Durch die Fenster des Probesaals im sechsten Stock reflektieren die Fenster das ziemlich güldene Abendlicht, und das ist ja auch ganz passend.

Es werde ein mit dem Düsseldorfer Publikum sehr kompatibles "Rheingold", verspricht Regisseur Hilsdorf noch, "in schönen Räumen gut erzählt". Heute geht das Ensemble zum ersten Mal zu den Proben auf der "echten Bühne".

(RP)