Düsseldorf: So können Sie mit Reanimation Leben retten

Düsseldorf: So können Sie mit Reanimation Leben retten

Im vergangenen Jahr sind der Leitstelle der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr rund 75.000 medizinische Notfälle gemeldet worden. In 120 Fällen mussten die Disponenten den Anrufern per Telefon Anleitungen zur Wiederbelebung geben. In zwölf Fällen konnten die Ersthelfer einen Herzrhythmus durch die Reanimation wieder erzeugen. Doch nicht immer fühlen sich die Anrufer in der Lage, Hilfe zu leisten.

Ein Drittel der Reanimationen mittels Telefon-Anleitung wurde im vergangenen Jahr abgebrochen. Das waren 40 Fälle. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, sagt Feuerwehrsprecher Christopher Schuster: "In vielen Fällen sind die Anrufer zu nervös, um weiterzumachen", erklärt er. "Manchmal sind die Anrufer aber selber körperlich nicht in der Lage, zu reanimieren, oder die Patienten werden so aufgefunden, dass Helfer sie schlecht erreichen können." Ein weiterer Grund seien mangelnde Sprachkenntnisse. "Dann ist es schwer, Anleitungen zu geben. Es dauert schon viel Zeit, bis der Disponent weiß, was passiert ist und wie die Adresse lautet", sagt Schuster.

(4) Der automatisierte externe Defibrillator (AED) für Laien kann durch Stromstöße Herzkammerflimmern unterbrechen. Michael Köster klebt die Elektroden auf die Puppe. Foto: Elena Erbrich

Jede Sekunde zählt bei der Wiederbelebung. Bis der Notarzt eintrifft, können bis zu acht Minuten vergehen. In Fällen des Atemstillstandes ist die Feuerwehr auf die Mithilfe der Anrufer angewiesen. "Mit jeder Minute des Atemstillstandes sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent", sagt Schuster. Nach zehn Minuten sei die Chance gering, zu überleben. Weil das Gehirn dann zu lange nicht mit Sauerstoff versorgt wurde.

(1) Aline Brodka überprüft, ob die Person, hier eine Puppe, noch atmet. Dafür hat sie den Kopf leicht nach hinten gestreckt und horcht zehn Sekunden. Foto: Elena Erbrich
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"Wer in der Situation ist, eine Reanimation machen zu müssen, sollte sich Hilfe von anderen Personen im Umfeld holen", sagt Michael Köster, Ausbildungsleiter bei der Johanniter-Unfall-Hilfe. Optimal sei es, wenn sich zwei Ersthelfer alle zwei Minuten abwechseln bei der Wiederbelebung. "Bloß nicht aufhören, wenn man Tatütata hört. Erst wenn der Arzt übernimmt", sagt Aline Brodka von den Johannitern.

(2) Atmet die Person nicht, beginnt Brodka mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Dafür drückt sie 30 Mal auf den Brustkorb. Ihre Arme sind dabei durchgestreckt. Foto: Elena Erbrich

Online Auf www.rp-online.de/duesseldorf gibt es Bilderstrecken zur Wiederbelebung und zur stabilen Seitenlage.

(eler)