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Serie "Düsseldorf - eine familienfreundliche Stadt?" (22): So gut ist das Radwegenetz

Serie "Düsseldorf - eine familienfreundliche Stadt?" (22) : So gut ist das Radwegenetz

Die Zahl der Fahrradfahrer steigt und damit auch der Bedarf an Fahrradwegen. Wir haben nachgefragt, wie die Situation für Radler, besonders auch für Familien mit Kindern, in Düsseldorf eingeschätzt wird und welche Pläne es gibt.

Die Uhr lesen, Schuhe schnüren, Radfahren lernen - für Kinder sind das wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Verantwortung und Selbstständigkeit. Gemeinsame Radtouren sind außerdem bei vielen Familien eine beliebte Wochenendbeschäftigung. Doch wie ist es um die Sicherheit auf Radwegen bestellt? Und wie gut ist Düsseldorf auf Radfahrer eingestellt?

Status Quo 600 Kilometer umfasst das Radwegenetz in der Stadt, das ist etwa die Hälfte des gesamten Straßennetzes (1250 Kilometer). Problematisch sind allerdings die uneinheitlichen Regelungen.

Ob Fahrradfahrer auf einem gekennzeichneten Streifen des Gehwegs fahren dürfen oder auf einem Streifen auf der Fahrbahn, ist in den Straßen unterschiedlich organisiert. "Angestrebt ist ein zusammenhängendes Netz inklusive der entsprechenden Beschilderungen", sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement.

Bauprojekte Eine neue Radwegeführung wird im Rahmen der Straßenbauarbeiten am Heerdter Dreieck umgesetzt. Eine große Maßnahme war der Umbau des Straßenzuges Henkel- und Altenbrückstraße. Derzeit wird der letzte Abschnitt für die Ausführung vorbereitet.

Das ist der Bereich zwischen Kappeler-, Reisholzer- , Bahnstraße und Further- bzw. Spangerstraße einschließlich der Kreuzungsbereiche. Auf der Reisholzer Straße zwischen Gatherweg und Kuthsweg wird ein Radweg im Seitenraum angelegt. An der Hugo-Viehoffstraße wird die Einbahnstraße geöffnet; der Kreuzungsbereich Ulmenstraße soll umgebaut werden.

Lob & Kritik Vor allem in einigen Bereichen der Innenstadt fehlt es noch an Radwegen. "Wünschenswert wäre ein Streifen auf der Oststraße", sagt Inge Kaatz aus Bilk. Von ihrem Wohnviertel fährt sie häufig mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Auch die Situation auf der Königsallee findet sie problematisch. Dort teilen sich Fußgänger und Radler einen Bereich. "Viele Fußgänger schauen sich nicht um, bevor sie den Weg überqueren und so kommt es zu Kollisionen", sagt Kaatz. Probleme gebe es aber vor allem mit Autofahrern, zum Beispiel beim Abbiegen.

Bewertung "Hier ist man noch nicht so sehr auf den Radverkehr eingestellt", sagt Martin Wilke vom Düsseldorfer ADFC. Das sei aber auch in vielen anderen Städten der Fall. Denn ab den 1950er Jahren hätten Stadtplaner vor allem für die Bedürfnisse des Autoverkehrs geplant. "Insgesamt sind wir aber schon weit", sagt Wilke. So würden bei der Neugestaltung von Kreuzungen auch die Belange der Radler einbezogen. Nachholbedarf gebe es aber bei der Vernetzung: "Zurzeit sind die Fahrradwege eher Stückwerk".

Mittlerweile sei das Auskommen von Auto- und Fahrradfahrern besser geworden meint Wilke, der seit 15 Jahren mit dem Fahrrad in Düsseldorf unterwegs ist. Die Spannungen mit Fußgängern hätten hingegen eher zugenommen, zum Beispiel auf der Königsallee oder am Rheinufer. Denn hier ist den Verkehrsteilnehmern oft nicht klar, wo sie gehen oder fahren dürfen.

Der ADFC spricht sich daher für Fahrradschutzstreifen aus, die am Rand der Fahrbahn verlaufen. So können sich Autofahrer besser auf die Radler einstellen. Das Radfahren mit Kindern bereitet allerdings vielfach Probleme. Bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen Kinder auf dem Gehweg fahren, bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie es. Das besagt die Regelung in der Straßenverkehrsordnung. Allerdings gilt das nicht für die begleitenden Eltern. "Sie müssen auf dem Radweg fahren und gleichzeitig aufpassen, dass ihr Kind niemanden behindert", sagt ADFC-Experte Wilke.

(ila)