Düsseldorf: So gelingt das perfekte Foto im Aquazoo

Düsseldorf : So gelingt das perfekte Foto im Aquazoo

Dreckige Scheiben, Spiegelungen und schlechte Lichtverhältnisse - Tierfotografien sind alles andere als leicht. In seinen Fotokursen im Aquazoo gibt Biologe Patrick Appelhans wichtige Tipps.

Ob die Fische im Aquazoo, Hirsche im Grafenberger Wildpark oder der eigene Hund auf den Rheinwiesen - überall in Düsseldorf bieten sich tolle Motive für Tierfotografien. Doch oftmals stören dreckige Scheiben der Aquarien, Unschärfe durch die Bewegungen der Tiere oder schlechte Lichtverhältnisse. Damit die Tierfotos gelingen erklärt Biologe und Naturfotograf Patrick Appelhans in seinem Kursus zur Tierfotografie "Tiere im Brennpunkt" im Aquazoo, worauf bei einem gelungenen Tierfoto zu achten ist.

"Wildtiere an Orten wie der Urdenbacher Kämpe zu fotografieren ist natürlich eine besondere Herausforderung", erklärt der Biologe. Weil die Tiere dort große Fluchtdistanzen haben, ist eine längere Brennweite unabdingbar. Andere Probleme tauchen bei der Aquarien-Fotografie auf: "Um die schlechten Lichtverhältnisse auszugleichen, sollte man verschiedene Weißabgleiche ausprobieren", sagt Appelhans. Bei Glasscheiben ist es zudem besonders wichtig, mit der Kamera parallel zur Scheibe möglichst nah an diese zu gehen. Bei Haustieren sollte für ein gelungenes Foto dagegen eine für das Tier typische Umgebung gewählt werden.

Das wichtigste Merkmal bei Fotos von Tieren sind die Augen. Der Fotograf muss nicht nur seinen eigenen Blickwinkel ändern, um auf Augenhöhe mit dem Tier zu sein, sondern auch besonders auf die Schärfe der Augen achten, erklärt Appelhans. Bei Fischen ist es zudem wichtig, den Blitz auszuschalten, da Wirbeltiere sehr empfindlich auf plötzliches Licht reagieren.

"Es muss übrigens nicht unbedingt eine tausend Euro teure Spiegelreflexkamera sein", sagt Appelhans. Auch mit den neueren Kompaktkameras, die meist über einen guten Automatikmodus haben, ließen sich bereits sehr scharfe Fotos machen. Einen Geheimtipp hat er dennoch: "Für Tierfotografien bietet sich oftmals der Sportmodus an." Die Kameraeinstellungen sind eine Kunst. "Die Belichtungszeit ist bei Objekten, die sich bewegen, der entscheidende Faktor ", erklärt Appelhans. Um für das Foto den richtigen Moment zu erwischen, müsse diese dementsprechend kurz eingestellt sein. Damit dabei nicht die Schärfe des Bildes verlorengeht, rät der Biologe, die Blende weiter zu öffnen. Durch eine bewusste Bildgestaltung lassen sich oftmals typische Probleme vermeiden, so Appelhans. "Das Format sollte immer vom Tier abhängig gemacht werden." Außerdem müsse auf dem Foto in Blick- beziehungsweise Bewegungsrichtung des Tieres immer Platz gelassen werden, ansonsten wirke das Bild sehr zusammengequetscht. Damit die Bildgestaltung gelingt empfiehlt der Experte die Drittel-Regel, bei der das Bild gedanklich durch vier Linien in neun gleiche Teile gegliedert wird. Das Tier als Hauptmotiv wird dann entlang der Linien oder an den Schnittpunkten platziert.

Doch trotz guter Kamera, den perfekten Bildeinstellungen und der passenden Bildgestaltung gelingt das perfekte Tierfoto im Aquazoo oder Grafenberger Wildpark erst, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: "Viel Geduld und noch mehr Spaß sind die absolut wichtigsten Voraussetzungen", so Appelhans.

(RP)
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