1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

So funktioniert das neue „Düsseldorf Maps“

Digitalisierung in Düsseldorf : Wie das neue „Düsseldorf Maps“ funktioniert

Düsseldorf hat ein neues Angebot: Auf der digitalen Karte der Stadt sind viele Informationen abrufbar. Anzeigen lassen sich etwa Rheinbahnlinien, Luftbilder oder Baupläne.

Auf den ersten Blick sieht das Ganze aus wie ein Stadtplan. Nur im Internet. Und klar: ein bisschen was von „Google Maps“ hat das auch, was jetzt neu unter ähnlichem Namen gestartet ist: „Düsseldorf Maps“ heißt das Angebot der Stadt, das jetzt im Netz genutzt werden kann. Adresse: maps.duesseldorf.de.

Ein ähnliches Geoportal gab es zwar bereits seit elf Jahren, doch jetzt ist es komplett neu aufgesetzt worden, mit mehr Inhalt und einfacherer Nutzung, von der Verwaltung selbst auf Grundlage frei zugänglicher Software (Open Source) entwickelt. „Wir haben dafür das Know-how im Rathaus weiterentwickelt. So können wir viel eigenständiger und aktueller agieren. Wir sind nicht abhängig von einem kommerziellen Anbieter, wodurch Wünsche schwerer umsetzbar wären“, sagt Thomas Weindel, Leiter Vermessungs- und Katasteramt.

Diese Geschichte gibt es auch zum Hören - exklusiv für Sie. Abonnieren Sie jetzt unsere RP Audio-Artikel in Ihrer Podcast-App!

Ein Beispiel findet sich hinter einem Button für „Kategorien und Themen“, die sich mit einem Klick als Menü öffnen. Gleich unter dem Punkt „Aktuelles“ lassen sich rot eingefärbt Zonen im Stadtgebiet darstellen, in denen auch draußen Maskenpflicht gilt. Auch das Gebiet für das Glasverbot zu Karneval wird dort künftig angezeigt werden, zuletzt wurde das Böllerverbot in der Altstadt markiert.

Die Informationstiefe ist aber auch darüber hinaus enorm. In Zahlen: Hinter elf Hauptkategorien verbergen sich 125 Unterpunkte. Die Suchfunktion umfasst mehr als 120.000 Flurstücke, 82.000 Adressen sowie Ortsbezeichnungen. Es lassen sich die Standorte von Behörden anzeigen, von Schulen, Sportvereinen, Parks, Kinos, Museen, Wlan-Hotspots, Gaslaternen oder auch Spielplätzen. Es lassen sich zudem sämtliche ÖPNV-Linien im Stadtplan einschalten. Insgesamt sei der Inhalt deutlich ausgebaut worden, sagt Weindel.

Auch wenn neben der neuen Standortanzeige eine Navigation wie bei Google nicht möglich ist, geht die Stadt doch mit ihren Informationen zum Teil deutlich über den kommerziellen Dienstleister hinaus. So lassen sich über die Unterpunkte „Planen, Wohnen, Bauen“ und dann „Bauleitplanung“ alle Bebauungspläne anzeigen. Bei einem Klick auf die Lage des Grundstücks in der Karte geht ein Feld auf, über das der Original-Plan als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Der Gang ins Amt und die Gebühr für eine Kopie werden da für eine Einsicht überflüssig. Auch Bodenrichtwertgebiete und Baulasten lassen sich auf „Düsseldorf Maps“ anzeigen. „Wir wollen den Schatz an Daten, den die Stadt besitzt, dem Bürger einfacher zur Verfügung stellen“, sagt Weindel. Hinzu komme das Alleinstellungsmerkmal, dass es sich um amtliche Daten handele, die zuverlässig seien, was bei kommerziellen Anbietern nicht in diesem Maße der Fall sei.

Und noch in einem Punkt hat Düsseldorf gegenüber Google die Nase vor. Das Luftbild aus dem vergangenen Jahr ist nicht nur sehr aktuell, es zeigt beim Heranzoomen auch ein schärferes Bild. Das gesamte Stadtgebiet kann so von oben betrachtet werden.

Auch etwas spielerische Anwendungen sind möglich. So lässt sich im „Menü“ unter „Messfunktionen“ mit verschiedenen Einstellungen etwa eine Linie auf der Karte ziehen, um eine Entfernung von A nach B zu ermitteln. Auch die Größe einer beliebig auswählbaren Fläche lässt sich anzeigen.

Das funktioniert tatsächlich sehr „intuitiv“, wie das Zauberwort für das Handling von digitalen Programmen lautet. Das war auch ein wichtiges Ziel von Weindel für den Neustart der Karte. „Das ist jetzt klasse.“ Vorher sei etwa die Ladezeit zu lang gewesen. Zudem lasse sich das Programm nun unabhängig vom Endgerät bedienen. Eine App muss aber nicht auf dem Smartphone installiert werden, die Karte funktioniert mit Hilfe eines Browsers.

Man findet sich laut Weindel auch leichter zurecht, da das Auswahlmenü auf der ersten Ebene auf vier Punkte reduziert worden ist. Auch die Stichwortsuche funktioniert deutlich besser, so verzeiht sie sogar einen Schreibfehler pro Begriff. Die „Friedrichstraße“ wird also etwa auch bei „Fridrichstraße“ im Wortfeld angezeigt.