Düsseldorf: Singpausen-Kinder begeistern im Konzert

Düsseldorf: Singpausen-Kinder begeistern im Konzert

Lange haben sich die Grundschüler auf diesen Moment vorbereitet: In der Tonhalle zeigten sie, was sie im vergangenen Jahr in ihrer Singpause gelernt haben. Sogar ein finnisches Lied können die Kinder fehlerfrei mitsingen.

Unter der Kuppel der Tonhalle herrscht an diesem Morgen große Aufregung. Die jungen Besucher springen herum, winken sich jubelnd zu und grüßen lauthals ihre Familien auf den Zuschauerrängen. Die Vorfreude auf die nächste Stunde füllt den gesamten Saal. Heute, das merkt man schnell, findet in der Tonhalle kein gewöhnliches Konzert statt.

Etwa 1000 Düsseldorfer Grundschulkinder sind am Montagmorgen in das Konzerthaus gekommen, um das Abschlusskonzert ihrer diesjährigen Singpause zu geben. Das Schulprojekt des Städtischen Musikvereins, das inzwischen seit 12 Jahren besteht, schafft zweimal pro Woche eine kurze Auszeit vom Unterricht, in der die Schüler gemeinsam mit professionellen Musikern das Singen lernen. Zum Schuljahresende werden die teilnehmenden Klassen in die Tonhalle eingeladen, um ein Abschlusskonzert vor Ihren Familien zu geben. Am Montag fand das erste von 18 Konzerten statt.

Die Vorfreude im Saal verwandelt sich in einen frenetischen Applaus, als die Singleiterinnen der Grundschüler die Bühne betreten und das erste Lied ankündigen. Auf diesen Moment haben die Kinder sich ein Jahr lang vorbereitet. Als sie schließlich die erste Strophe singen, blicken sich einige Eltern überwältigt um. Klar und deutlich singen die Hunderten Grundschüler wie aus einer Stimme.

"Dass das Projekt schon ab der ersten Klasse so erfolgreich ist, liegt an der sogenannten Ward-Methode, die die Singleiterinnen anwenden", erklärt Manfred Hill, Projektmanager der Singpause. "Die Kinder entwickeln auf diese Weise eine schöne Stimme und ein Rhythmusgefühl", so Hill. Er habe die Singpause ins Leben gerufen, um die musikalische Bildung zu fördern.

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Die vierte Klasse der Ferdinand-Heye-Schule nimmt seit der ersten Klasse an der Singpause teil. "Der Gesangsunterricht ist ein schönes Ritual", erzählt die Lehrerin. "Die Kinder sind mit großer Begeisterung dabei und werden jedes Jahr besser." Der zehnjährige Luca nickt: "Singen macht einfach Spaß!" Auf den heutigen Tag hätten sich die Jungen und Mädchen lange vorbereitet: "Die Schüler sind schon ganz aufgeregt", so die Lehrerin, die in den Singpausen auch selber gerne mitsinge. Besonders die internationalen Lieder kämen gut an.

Das Programm umfasst unter anderem ein Lied aus Finnland, das die Kinder so überzeugt mitsingen, als könnten sie fließend Finnisch sprechen: "Tein minä pillin pajupuusta" - das Lied handelt von einem Instrument aus Weidenholz.

Ein Pianist und ein Schlagzeuger begleiten die Kinder, die hochkonzentriert zu ihren Singleiterinnen blicken, um keinen Einsatz zu verpassen. Ihr Gesang scheint nicht nur die Eltern auf den Zuschauerrängen zu begeistern: Nach jedem Lied geben sich die Schüler einen tosenden Beifall. Der Höhepunkt des Konzertes kommt für Luca aber erst zum Schluss: "Ich finde das Lied Rheinstadt am besten", sagt er. Als das Lied über Düsseldorf ertönt, liegen sich Eltern und Schüler schunkelnd in den Armen.

(RP)