Silvesternacht in Düsseldorf: Böllerverbot in der Altstadt brachte bessere Luft

Silvester in der Düsseldorfer Altstadt : Weniger Gäste, bessere Luft und viel Polizei

Silvester-Feuerwerk: Düsseldorf begrüßt das neue Jahr

Auch in Düsseldorf rückte die Polizei zum Jahreswechsel mit einem Großaufgebot an. Aus Sicherheitsgründen gab es in der Altstadt ein absolutes Böllerverbot. Hat es was gebracht?

Das Böllerverbot, im Vorfeld kontrovers diskutiert, war ein "voller Erfolg", darüber waren sich Ordnungsdienst und Polizei schon kurz nach Mitternacht einig. "Es hat unsere Arbeit deutlich erleichtert", sagte Polizeisprecher Markus Niesczery. Auch für Anwohner und die Altstadtlokale bedeutete das Verbot eine neue Erfahrung: Erstmals versank die Altstadt zum Jahreswechsel nicht in einer stinkenden Rauchwolke.

Weitgehend friedlich verliefen der Abend und die ersten Stunden des neuen Jahres. Dafür sorgte ein Großaufgebot der Polizei, die auf der Rheinuferpromenade und am Carschhaus die Altstadtzugänge absperrte und bei Taschenkontrollen etliche Feuerwerkskörper sicherstellte. Mehrere Hundert Beamte waren allein in der Altstadt im Einsatz.

Auf der Bolkerstraße und dem Burgplatz wurde ohne Sperre kontrolliert - und offensichtlich mit Erfolg. Es gab vereinzelte Böller und auch die ein oder andere Rakete, die in der Verbotszone gezündet wurde, aber im Großen und Ganzen wurde das Verbot eingehalten. Und jede unüberhörbare Zuwiderhandlung wurde auch aus den Besucherreihen mit Pfiffen quittiert.

Nicht nur die Polizei registrierte auf den Altstadtstraßen und am Rhein auffallend viele Besucher aus dem nordafrikanischen Raum. Familien mit kleinen Kindern waren darunter, aber überwiegend waren es junge Männer, die in mehr oder weniger großen Gruppen unterwegs waren. Während in den Lokalen gemischtes Publikum feierte, tanzten sie auf den Straßen - die sich allerdings nach Mitternacht auch schnell leerten. Insgesamt blieb die Zahl der Gäste unter der der vergangenen Jahre. Die Polizei sprach im Laufe der Nacht 124 Platzverweise in der Altstadt aus.

Auch die Zahl der Störer, die in Gewahrsam genommen werden mussten, blieb mit 29 deutlich unter den Befürchtungen. Fünf Frauen zeigten in der Nacht sexuelle Belästigungen an, im "niederschwelligen Bereich", wie die Polizei mitteilte. Bei einer Festnahme wurde eine Polizistin leicht verletzt. Bis zum Mittag wurden der Polizei keine schwerwiegenden Straftaten bekannt. Insgesamt zählte die Polizei zwischen 20 und 6 Uhr 600 Einsätze im Stadtgebiet - unter anderem gab es 28 Körperverletzungsdelikte und 18 Taschendiebstähle. Im Vorjahr hatte die Polizei 490 gefahren.

Das Polizeiaufgebot konzentrierte sich übrigens nicht nur auf die Altstadt - auch in den Stadtteilen zeigte die Polizei eine starke Präsenz, fuhr verstärkt Streife.

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