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Düsseldorf: Silberne Engel sind für Hunde im Einsatz

Düsseldorf : Silberne Engel sind für Hunde im Einsatz

Hundesitterverein vermittelt Paten auf Zeit für die Tiere. Der neue Verein will in direkter Nachbarschaft aktiv sein.

Für den kleinen Rüden "Patch" kamen die Silbernen Engel wie gerufen. Brigitte Schild, die als Ehrenamtliche beim Hundesitterverein aktiv ist, nahm den 16 Monate alten Hund kurzerhand auf, als sein Herrchen ins Krankenhaus musste. Jetzt ist sie für vier Wochen Hundepatin: "Er hat sich sofort wohlgefühlt", sagt sie. Regelmäßige Spaziergänge, das richtige Futter und auch Kontakt mit dem Herrchen gehören dazu. "Ich schicke schon mal Fotos mit dem Handy, dann sieht er, dass es seinem Hund gut geht", sagt sie. Ihr gefällt es, mit dem Tier zu spielen und für den Hund da zu sein. "Die Hunde wachsen einem einfach ans Herz, ich habe auch schon bei Nachbarn Hunde gesittet", sagt sie. Ziel des Hundesittervereins Silberne Engel ist eine solch unkomplizierte Hilfe in der Nachbarschaft. Im Mai hat Karin Schwarz den Verein gegründet, jetzt vermittelt sie Kontakte zwischen Mensch und Hund und bietet Hilfe durch Ehrenamtliche. Ob Krankheit oder Berufstätigkeit, es gibt viele Gründe, warum man plötzlich Hilfe für das eigene Tier in Anspruch nehmen muss.

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"Es gibt Hundebesitzer, die jemanden brauchen, der sich stundenweise um den Hund kümmert. Und es gibt Menschen, die gerne stundenweise einen Hund betreuen würden", sagt sie. Jetzt soll der neue Verein beide Seiten zusammenbringen. Vor allem Senioren hat sie im Blick: "Viele ältere Menschen, die mal einen Hund hatten, schaffen sich keinen mehr an, weil sie zum Beispiel Angst haben, das das Tier sie überlebt", sagt Karin Schwarz. Dann gehen auch Kontakte verloren, fehlen die täglichen Spaziergänge und Aktivitäten, die mit dem Tier verbunden waren. Eine Erfahrung, die auch die Ehrenamtlichen Martin Wehmeyer und Gisela Stuhlweißenburg teilen, seit ihr Hund starb. Sie engagieren sich beim neuen Hundesitterverein: "Über einen Hund kommt man immer sehr schnell in Kontakt mit anderen Menschen", sagen sie.

Acht Ehrenamtliche hat Karin Schwarz schon gefunden, und viele haben sich gemeldet, weil sie Hilfe brauchen. Nun geht es darum, das Netz in der Stadt dichter zu knüpfen: "Uns liegt eine ortsnahe Vermittlung am Herzen." Kurze Wege sind wichtig, wenn es darum geht, tägliche Spaziergänge zu übernehmen. Karin Schwarz ist sicher, das die Ehrenamtlichen, die Erfahrung in der Hundebetreuung haben, dadurch auch Anerkennung und Wertschätzung erfahren und neue Kontakte knüpfen. Ein bisschen sei das wie mit Leih-Omas und -Opas. Ziel ist es, Tierhaltern zu helfen, deren Lebensumstände sich ändern oder die aus beruflichen Gründen in Zeitnot geraten und ihnen Unterstützung beim Gassi gehen anzubieten. Deshalb werden auch Interessenten gesucht, die mitmachen möchten. Wer Hilfe braucht, kann Mitglied im Verein werden. Der gemeinnützige Verein möchte außerdem auch mit Hundebesuchen in Senioren- oder Pflegeheimen oder in Privathaushalten einen Beitrag dazu leisten, das Menschen nicht vereinsamen. "Ich habe mit meinem eigenen Hund regelmäßig Senioren im Altenheim besucht. Die Menschen reagieren sehr positiv auf das Tier", beschreibt die Vereinsgründerin ihre Erfahrung.

Bereits jetzt gibt es für die Ehrenamtlichen viel zu tun. Karin Schwarz trifft sich mit Interessenten, die Hilfe brauchen und denen, die sie anbieten. Auch der Erfahrungsaustausch untereinander ist wichtig und soll gefördert werden.

(RP)