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Düsseldorf: Sicherheitslage in Altstadt angespannt

Düsseldorf : Sicherheitslage in Altstadt angespannt

Die Neubrückstraße, das Alte Hafenbecken und auch der Carlsplatz sind in den Augen der Polizei keine Schwerpunkte, was die Kriminalität angeht. Das betonte Jürgen Bielor, der neue Leiter der Polizeiinspektion (PI), als er in der Bezirksvertretung (BV) 1 die neuen Zahlen zur Sicherheitslage im Stadtbezirk 1 vorstellte.

"Eine Steigerung der Delikte, wie jetzt zum Teil behauptet wird, gibt es dort nicht. Speziell in der Neubrückstraße haben wir kein polizeilich relevantes Problem. Wenn da ein Wirt an der Mühlenstraße nach 40 Jahren schließt, dann liegt das wohl eher daran, dass seine Konzession abgelaufen ist und er mit 64 Jahren aufhören möchte", sagte der Polizeichef im Hinblick auf die jüngste Diskussion um eine angebliche Gewalteskalation in dem Bereich.

Dennoch bleiben die Düsseldorfer Altstadt und Stadtmitte die Sorgenkinder der PI Mitte: Die Zahl der Taschendiebstähle in der Altstadt hat sich in den vergangenen drei Jahren fast verdreifacht, von 1200 im Jahr 2011 auf 3070 im vergangenen Jahr. In der Stadtmitte waren es ebenfalls fast 70 Prozent mehr. Und auch die Fälle von Straßenraub haben sich in der Zeit fast verdoppelt.

"Da sind vor allem Banden aus Nordafrika und Südosteuropa am Werk", so Bielor. "Für die ist Düsseldorf und vor allem die Altstadt besonders attraktiv, denn hier wird auch viel Bargeld mitgeführt." Allerdings, so der Leiter der PI Mitte, trügen manche Opfer auch ein Großteil Mitschuld, dass die Täter so häufig zum Erfolg kämen: "Da ist viel Leichtsinn im Spiel." Die klassische Situation: "Die Opfer verlassen nach einer feucht-fröhlichen Nacht angetrunken die Kneipe und werden beraubt. "Da ist da Smartphone schon weg, und der Betroffene hat es noch gar nicht gemerkt", sagt Bielor.

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Mit Aufklärungstagen und Infoständen will die Polizei hier weiterhin um erhöhte Aufmerksamkeit werben. Auch ein Drittel aller Fälle von Körperverletzung der gesamten Stadt geschehen laut Jürgen Bielor in der Altstadt. "Ich will da auch nichts verniedlichen, die Altstadt ist ein Kriminalitätsschwerpunkt", so Bielor. Aber das hänge nun mal mit der besonderen Situation an Wochenenden und Feiertagen zusammen. "Da kommen bis zu 100 000 Menschen auf einer Fläche von gerade mal einem halben Quadratkilometer zusammen, auf der sich immerhin 300 Gaststätten befinden. Das sind naive, feierfreudige Menschen von außerhalb, die alkoholisiert schnell Opfer von Straftaten werden."

Viel verspricht man sich bei den Sicherheitskräften von der neuen, fünften Videokamera an der Bolkerstraße in Höhe der "Villa Wahnsinn". Die sei allerdings nur auf polizeilich "interessante" Bereiche gerichtet.

"Im Übrigen warten wir nicht, bis etwas passiert", betonte Jürgen Bielor vor den BV-Politikern. Vielmehr soll mittels sogenannter Gefährder-Ansprache, etwa von angetrunkenen Jugendgruppen, eine Eskalation verhindert werden, "bevor es aus dem Ruder läuft." Nützt das nichts, gibt es einen Platzverweis: Mehr als 3000 Personen wurden 2013 aus der Altstadt geworfen.

Den videoüberwachten Bereich in der Düsseldorfer Altstadt erreicht die Mannschaft von der PI Mitte an der Heinrich-Heine-Allee inzwischen in nur 49 Sekunden. Im sonstigen Einsatzbereich ist man in durchschnittlich 3,45 Minuten am Einsatzort. Jürgen Bielor sagt: "Das ist schnell."

(RP)