Düsseldorf-Süd: Sichere Straßen im Stadtbezirk 9

Düsseldorf-Süd: Sichere Straßen im Stadtbezirk 9

Der Leiter der Polizei-Inspektion Süd, Thomas Decken, informierte die Bezirksvertretung 9 über die Unfallentwicklung im Süden. Einer von acht Unfallscherpunkte das Werstener Kreuz.

Nimmt man die reinen Zahlen als Anhaltspunkt bewegen sich die Verkehrsteilnehmer auf den Straßen im Düsseldorfer Süden deutlich sicherer als im Rest der Stadt. Diese positive Nachricht überbrachte der Leiter der Polizeiinspektion Süd, Thomas Decken, der Bezirksvertretung (BV) 9 in ihrer letzten Sitzung des Jahres.

Um diese Aussage zu belegen, hatte Decken für die Bezirksvertreter jede Menge Zahlen mitgebracht. Wobei der Polizeidirektor ebenfalls betonte, dass diese auch deswegen im Vergleich so niedrig liegen könnten, weil Polizei und Stadt in dem Bereich viel gemacht hätten, wie beispielsweise eine regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung. Pro 100.000 Einwohner gibt es im Stadtbezirk 9, der von Wersten bis Urdenbach geht, im Jahresdurchschnitt 234 Verkehrsunfälle, in ganz Düsseldorf sind es 368 pro 100.000. Bei der Zahl der verunfallten Kinder sehen die Vergleichszahlen so aus: 174 (Stadtbezirk 9) zu 214, bei den Radfahrern ist es ein Verhältnis von 57 (Stadtbezirk 9) zu 93.

Doch natürlich gibt es auch im Stadtbezirk Kreuzungen, die unfallträchtig sind. Das sind Henkel-/Further/Altenbrück-/Spanger Straße, Am Schönenkamp/Further Straße, Werstener Kreuz Nord, Am Schönenkamp/Spandauer Straße, Further/Fürstenberger Straße, Am Schönenkamp/Forststraße/A59, Schwarzer Weg/Am Bucholzer Busch sowie Münchener Straße/Itterstraße. Ganz oft sind an diesen Ecken die Abbiegeverkehre in die Unfälle verwickelt.

Sozusagen Wasser auf die Mühlen der Bezirksvertreter war die Aufnahme des nördlichen Teilabschnitts des Werstener Kreuzes in die Liste der Unfallhäufungsschwerpunkte. Denn schon mehrfach hatten die Stadtteilpolitiker die Verwaltung aufgefordert, das Kreuz zu entschärfen. In einer Online-Petition fordert einer Elterninitiative der Henri-Dunant-Grundschule vom Rheindorfer Weg, dass die Kreuzung sicherer gestaltet wird. Die Petition ist inzwischen über der Marke von 2000 Unterschriften.

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Die Unfallkommission wird sich im ersten Quartal 2018 mit möglichen Maßnahmen für mehr Sicherheit am Kreuz befassen. Der Werstener CDU-Ratsherr Peter Blumenrath hofft, dass dann endlich die schon lange von der Werstener Politik geforderte Rotlichtüberwachung kommt: "Ich bin guter Dinge, da sowohl die beiden zuständigen Dezernenten dafür sind als auch die Polizei kein Veto einlegen wird."

Genau an der Ecke des Werstener Kreuzes in Richtung Benrath hinter der Tankstelle, an der es in den vergangenen zehn Monaten mehrfach zu Unfällen kam, überwacht derzeit regelmäßig ein Kradfahrer der Polizei, ob die Verkehrsteilnehmer das Rotlicht beachten. Doch anders als an den anderen auffälligen Kreuzungen im Stadtbezirk gibt es am Werstener Kreuz nicht eine einzige Unfallursache. Es gibt sowohl Abbiegeunfälle als auch Zusammenstöße an der Ampel. In einem Fall etwa lief ein Fußgänger bei Rot über die Ampel, um noch die Straßenbahn zu bekommen.

Auch Polizeidirektor Thomas Decken fährt regelmäßig über die Kreuzung und hat deshalb eine eigene Meinung: "Ortsunkundige Verkehrsteilnehmer sind sofort überfordert." So seien etwa Autofahrer sehr vielen Reizen ausgesetzt, das könne schnell dazu führen, dass beispielsweise ein bei Rot kreuzender Fußgänger kurzerhand übersehen werde. "An einer übersichtlichen Kreuzung wäre solch ein Unfall vielleicht nicht passiert", sagte Decken. Deshalb dürfe niemand die potenzielle Gefahr an der Kreuzung unterschätzen. Allerdings habe er auch keine wirkungsvolle Lösung parat, wie man sie entschärfen könnte.

(rö)
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