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Sichere Schulwege in Düsseldorf: Polizei warnt vor Elterntaxis

Sichere Schulwege in Düsseldorf : Polizei warnt – Elterntaxis tragen nicht zur Sicherheit bei

Wenn Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, bewegen sie sich langfristig unsicherer im Straßenverkehr, sagt Jochen Schütt von der Unfallprävention.

Damit Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen, setzen viele Eltern aufs Hinbringen und Abholen mit dem Auto. Die Elterntaxis tragen aber letztendlich nicht zur Sicherheit der Schulkinder bei, sagt Jochen Schütt, Leiter der Verkehrsunfallprävention der Polizei Düsseldorf. Denn ein Risikobewusstsein und ein Verständnis für den Straßenverkehr entwickeln die Jungen und Mädchen nicht, wenn sie mit dem Auto zur Schule gebracht werden.

„Lernen die Kindern nicht früh genug, selbstständig zur Schule zu kommen, werden sie generell unsicher im Straßenverkehr“, sagt Schütt. Darum sei es wichtig, die Schulwege gemeinsam zu üben und, wenn möglich, Lauf- oder Radfahrgemeinschaften zu verabreden.

Die Verkehrserziehung von Schulkindern steht im Mittelpunkt der Arbeit der Verkehrsunfallprävention. „Wir kümmern uns um alle Altersgruppen“, sagt Jochen Schütt. „Die Kleinsten sind für uns der wichtigste Teil der Arbeit.“ Regelmäßig sind die Polizistinnen und Polizisten in Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen unterwegs, um mit Kindern etwa den Fußgängerführerschein zu machen oder in Puppentheaterstücken zu zeigen, wie man sich richtig im Straßenverkehr verhält.

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Damit die Verkehrserziehung auch in Corona-Zeiten weitergeht, hat das Team das Training verfilmt und digitalisiert. In Videoclips, die zwischen zweieinhalb und fünf Minuten lang sind, erklären die bekannten Puppen etwa, was beim Überqueren der Straße zu beachten ist und wie ein Fahrradhelm richtig auf dem Kopf sitzt. An 360 Kitas und 100 Grundschulen in Düsseldorf wurden die Videos verteilt.

Zielgruppe sind aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. „Wir geben Handlungsempfehlungen, was Eltern tun müssen, damit sich die Kinder im Straßenverkehr richtig verhalten“, sagt Schütt. Wichtig sei hier vor allem ein Perspektivwechsel, etwa beim Überqueren der Fahrbahn. „Wenn Erwachsene hier die Sicht der Kinder einnehmen, wird ihnen klar, dass kleine Kinder zwischen Autos keinen Überblick über die Straße haben und die Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen können.“ Vermittlung sei auch bei der Radfahrausbildung wichtig. Denn viele Kinder, sagt Schütt, seien motorisch gar nicht in der Lage, richtig Fahrrad zu fahren. Das ließe sich in der kurzen Zeit der Radfahrausbildung kaum aufholen. „Hier ist es Aufgabe der Eltern, die Kinder fit zu machen“, sagt Schütt.

Die Polizei in Düsseldorf bietet auch weiterhin die Radfahrausbildung an, nicht für jede Schule ist es derzeit aber möglich daran teilzunehmen. So können aktuell etwa nur kleinere Gruppen auf den Verkehrsübungsplatz in Rath – das erschwert die Planung der Schulen.

Für junge Erwachsene in der Altersgruppe 18 bis 24 gibt es das Landesprojekt Crashkurs. Filme und Erfahrungsberichte von Notfallsanitätern, Polizisten und Seelsorgern, die bei schweren Unfällen im Einsatz waren, sollen den jungen Autofahrern die Gefahren verdeutlichen.