Shisha Bar Düsseldorf Schülerin erleidet Kohlenmonoxid-Vergiftung

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : Schülerin erleidet Vergiftung – Lüftungsanlage in Shisha-Bar war Schrott

In einer Düsseldorfer Shisha-Bar erlitt eine 17-jährige Schülerin eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung. Im Prozess vor dem Amtsgericht musste sich nun der ehemalige Besitzer verantworten.

Mit 17 Jahren ist eine Schülerin im März 2018 wohl nur knapp dem Tod entronnen - nachdem sie mit einer Freundin abends eine Shisha-Bar in der City besucht hat. Dort erlitt die junge Frau eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung, musste in der Uniklinik drei Tage in einer Druckkammer zubringen.

Das Amtsgericht setzte am Mittwochh gegen den damaligen Bar-Wirt (41) wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Strafe von 1000 Euro fest. Denn die Entlüftungsanlage in jenem Etablissement sei „Schrott“ gewesen, so der Richter. „Dazu muss man kein Gutachter sein!“ Der Angeklagte aber fand, er habe alle Sorgfaltspflichten erfüllt. Sein Anwalt trug vor, in sechs Jahren als Bar-Besitzer sei der Angeklagte oft vom Ordnungsamt kontrolliert worden, Mängel bei der Absaugvorrichtung seien nie moniert worden. Zudem habe der extra ein Messgerät angeschafft, um das Kohlenmonoxid in der Bar immer wieder zu überprüfen. Doch bei einem Feuerwehreinsatz am 20.März 2018 mussten acht Raucher als Gäste versorgt werden, ein Gast musste in eine Klinik. Das war jene Schülerin, die nun als Zeugin angab, ihr sei im Lokal erst „schwarz vor Augen geworden“, dann sei sie auf dem Weg nach draußen „zusammengebrochen“, sei aufs Knie gestürzt – und habe drei Tage in einer Druckkammer zubringen müssen. Ärzte hätten ihr gesagt: „Das war ganz schön knapp!“ Auch ein Ermittler nannte die Abluftanlage „dilettantisch verbaut“ mit viel zu dünnen Rohren, befestigt an Kabelbindern unter der Decke. Das erkannte der Richter auf Fotos. Bei der Höhe der Geldstrafe wurde berücksichtigt, dass der 41-Jährige die Shisha-Bar nach dem Vorfall aufgeben musste und nun als Taxifahrer arbeitet.

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