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Düsseldorf: Senior wird mit 81 Jahren zum Drogendealer

Düsseldorf : Senior wird mit 81 Jahren zum Drogendealer

Weil er mit 600 Euro Rente nicht auskam, hat sich ein früherer Bergmann im Alter von 81 Jahren entschlossen, als Drogendealer zusätzliches Geld zu verdienen. Das bestätigte der gesundheitlich schwer angeschlagene Familienvater gestern vor dem Amtsgericht.

Dorthin hatte er es nur mit einem Rollator und mit der Hilfe eines seiner Kinder geschafft, zumal der Senior wegen Lungenproblemen zusätzlich eine künstliche Sauerstoffversorgung benötigt. Fast drei Monate lang habe er in seiner Oberbilker Wohnung erfolgreich mit Haschisch und Marihuana gehandelt, bevor die Polizei über einen Kunden auf die Adresse des 81-Jährigen kam. Die Richter zeigten sich gnädig, entließen den alten Herrn auf Bewährung wieder nach Hause.

Drei Fälle von Drogenhandel mit je 200 bis 300 Gramm Haschisch und Marihuana waren in der Anklage gegen den Senior aufgelistet. Bei einer Hausdurchsuchung war deutlich weniger entdeckt worden, dafür aber fein portioniert in 47 verkaufsfertigen Päckchen, sorgsam gelagert in küchenüblichen Plastikdosen. Auch 560 Euro haben die Beamten beim Angeklagten als Dealergeld beschlagnahmt. Dass der 81-Jährige mit weit größere Mengen gehandelt hatte, erfuhren sie erst von ihm: Er gab zu, halb Oberbilk von seiner Wohnung aus, manchmal auch über eine Pizzeria mit Drogen versorgt zu haben. Er habe sich "verleiten lassen, das zu machen", erklärte sein Anwalt. Weil der 81-Jährige "inzwischen aber Zeit hatte, darüber nachzudenken, bereut er das jetzt sehr", so der Advokat weiter. Jetzt aber wolle der Angeklagte "wieder ein Vorbild sein für seine Familie", sei andererseits aber "nicht mehr der Fitteste" und bitte daher um eine milde Beurteilung.

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Das Amtsgericht ließ tatsächlich viel Nachsicht walten, verhängte nach Absprache mit der Staatsanwältin 18 Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zugunsten des Rentners wertete das Gericht dabei, dass er nur noch eine halbe Lunge besitzt, dass er altersbedingt erheblich strafempfindlicher sei als vergleichbare Dealer und dass die Ermittler erst durch sein Geständnis erfahren hatten, dass er monatelang im Drogengeschäft tätig gewesen ist.

(wuk)