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Düsseldorf: Seit 20 Jahren ein Kultur-Treffpunkt

Düsseldorf : Seit 20 Jahren ein Kultur-Treffpunkt

1994 eröffnete das Kulturzentrum Salzmannbau, in dem zuvor die Firma Jagenberg Maschinen für die Papierindustrie herstellte. Die im Komplex arbeitenden Künstler feiern den 20. Geburtstag mit einer Ausstellung.

In ihrem Atelier im Salzmannbau arbeitet Anke Lohrer seit zehn Jahren. "Der Salzmannbau ist in Düsseldorf einmalig", sagt die Grafikerin und Malerin. "In keinem anderen Künstlerhaus der Stadt leben und arbeiten so viele Künstler gemeinsam unter einem Dach."

Vor 20 Jahren zogen die ersten Mieter ein. Seitdem hat sich der Salzmannbau zu einem wichtigen Kulturzentrum in Düsseldorf entwickelt. Ab Freitag ehren Anke Lohrer und ihre Kollegen den Salzmannbau mit einer Kunstausstellung. "Von hier bis jetzt" ist der Titel der Schau, die morgen im Kunstraum auf dem Gelände eröffnet wird.

"Jeder Künstler zeigt zwei Arbeiten", sagt Lohrer, "jeweils ein Werk aus dem Jahre des eigenen Einzugs sowie eine aktuelle Arbeit." Somit werde die Kontinuität und die Veränderung durch die sich wandelnde Kreativität der Künstler gezeigt. Andrea Küster zum Beispiel. Sie hat das Kleinformat "Erste Schale" aus dem Jahr 1995 und das Gemälde "Herbstbild" von 2013 ausgesucht. "Anfangs arbeitete sie noch mit informellen Strukturen", sagt Kurator Michael Kortländer. "Das neue Bild ist in Größe und Wirkung beeindruckend monumental."

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Gegenüber vom Kunstraum liegt das "Atelier am Eck", das ebenfalls Teil des Ausstellungsprojekts ist. Zu sehen sind viele Fotografien und Dokumente, die an die Entstehungsgeschichte des Wohn- und Atelierkomplex' im Salzmannbau erinnern.

Der Salzmannbau geht auf den Architekt Heinrich Salzmann zurück. Für die Firma Jagenberg entwarf er bis 1906 die Gebäude zwischen Himmelgeister Straße und Ulenbergstraße. Jagenberg war eine Maschinenfabrik für die Papierindustrie. Später kaufte die Stadt Düsseldorf das Gelände. Mitte der 1980er-Jahre gründete sich der Verein "Leben in der Fabrik", der sich für den Erhalt des Salzmannbaus einsetzte. "Die Aktionen der Bürger dürften wesentlich dazu beigetragen haben, dass sich heute auf dem Areal viele Initiativen und Vereine für Kultur befinden", sagt Marianne Schirge vom Kulturamt. Zehn Jahre dauerte die Planung und Umbau der Gebäude.

"Das Fabrikgebäude war und ist interessant, weil es zu den schönsten in Düsseldorf gehört", sagt Dieter Jäger von der Geschichtswerkstatt Düsseldorf. Die alten weißen Kacheln etwa würden noch heute die Außenfassade schmücken und unter Denkmalschutz stehen. Diese Ehre kam der Jazz-Schmiede nicht zuteil. Das frei stehende, schlichte Gebäude sei später errichtet worden, sagt Jäger, habe aber zu Jagenberg-Zeiten tatsächlich eine Schmiede beherbergt. Heute wird es vom Verein "Jazz in Düsseldorf" betrieben, der zahlreiche Konzerte auf die Bühne bringt.

Anke Lohrer konzipierte die Jubiläumsschau mit den Künstlerinnen Myriam Thyes und Katrin Laade. Das Team betont, viele Künstler würden in ihren Ateliers nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen. "Auf diese Weise gestalten sie ihre Umgebung und verbinden auf einzigartige Weise das Leben mit Arbeit und Kultur."

(RP)