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Nach tragischem Unfall in Düsseldorf: Seen und Rhein: Hier ist Baden gefährlich

Nach tragischem Unfall in Düsseldorf : Seen und Rhein: Hier ist Baden gefährlich

Sommerliche Temperaturen locken jetzt wieder viele zum Bad ins kühle Wasser von natürlichen Gewässern. Doch das Vergnügen birgt Gefahren in sich. Jedes Jahr verzeichnete die Feuerwehr am Rhein und in Baggerseen Badeunfälle. Am Montag starb ein Junge im Unterbacher See in Düsseldorf.

Der 13-Jährige aus Norwegen war zu Besuch bei seinem Cousin in Hilden. Bei einer Bootstour auf dem Unterbacher See in Düsseldorf geschah der tödliche Unfall. Der Junge kippte aus dem Boot. Besonders tragisch: Der 13-Jährige kann offenbar nicht schwimmen, versinkt sofort im See.

Die Vertreter von Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei betonen aber unisono: "Auch geübte Schwimmer können im Rhein bei Unterströmungen in Schwierigkeiten geraten."

Generell sollten Menschen, die sich zum Baden in den Rhein oder die Düsseldorfer Baggerseen wagen, Regeln beachten. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die DRK-Wasserwacht, das Forstamt und die Wasserschutzpolizei appellieren, diese Baderegeln einzuhalten:

• Nie überhitzt ins Wasser gehen,
• nie alkoholisiert schwimmen gehen,
• nie mit vollem Magen ins Wasser gehen,
• nie mit ganz leerem Magen Schwimmen gehen.

Eltern sollten ihre Kinder an den Gewässern im Auge behalten. Besondere Vorsicht ist an den Düsseldorfer Baggerseen geboten, da sie durch Grundwasser gespeist werden. Dadurch ändern sich Wassertemperatur, Gestalt, Tiefe und Uferformation regelmäßig und drastisch.

Wer ein Jahr später an einen vermeintlich bekannten Baggersee kommt, kann dort völlig andere Verhältnisse vorfinden. Wenige Meter vom Ufer weg herrschen oft eisige Wassertemperaturen.

Dort kann es auch für geübte Schwimmer gefährlich werden. Baden ist nur erlaubt, wo Betreuung gegeben ist, also am Unterbacher See. Hier gibt es eine Aufsicht durch die DLRG.

Für alle anderen Baggerseen gilt Badeverbot, also für:

• Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderweges
• Suitbertussee, Fliednersee
• Lambertussee in Kaiserswerth
• Lichtenbroicher Baggersee am Flughafen
• Südpark-See
• Unisee
• Elbsee Süd und Nord.

Im Rhein ist das Schwimmen nach der Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve in bestimmten Zonen verboten. So herrscht 100 Meter oberhalb und unterhalb von Rheinhäfen absolutes Badeverbot.

An Brücken, Schiffs- und Fährlandestellen, Schleusen, Vorhäfen, Umschlagstellen und Werften darf auf keinen Fall geschwommen werden. Auch andernorts ist Baden im Rhein nach Angaben der zuständigen Wasserschutzpolizei gefährlich.

Beispielsweise an so genannten Kribben — ins Wasser ragende Kiesflächen, die das Wasser bremsen — bilden sich oft gefährliche Strudel und Strömungen. Strömung herrscht auch in der Fahrrinne. Daher sollten Schwimmer eher am Rand des Stromes bleiben.

Wenn ein Schiff vorbei fährt, zieht dies das Wasser an. Der Eindruck des niedrigeren Wasserstandes verlockt Kinder, in den Fluss zu waten. Unterschätzt wird die Gefahr des "Rückschwalles": Das Wasser kehrt in Wellen zurück. Mehr Infos gibt es auch im Internet unter www.duesseldorf.de, Unterpunkt Freizeit.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Badeunfall am Unterbacher See: Suche nach Jugendlichem

(ila)