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Kaiserteich am Ständehaus: "Seekuh" mäht Tausendblatt und Fadenalgen

Kaiserteich am Ständehaus : "Seekuh" mäht Tausendblatt und Fadenalgen

Düsseldorf (dto). Spaziergängern und Museumsbesucher wundern sich seit einiger Zeit über die intensive Grünfärbung in den Teichen am Ständehaus. Ursache für diesen "Wasserrasen" ist eine in den Gewässern wild wuchernde, nicht heimische Tausendblatt-Art, die zusammen mit vorhandenen Fadenalgen mittlerweile eine durchgehende grüne Vegetationsschicht bildet. Mit einem Spezialboot, der so genannten Seekuh, wird dem Bewuchs nun zu Leibe gerückt.

Das Tausendblatt ist eine aus Amerika eingewanderte Pflanzenart, die vorwiegend in Aquarien gedeiht. Wie das erste Tausendblatt in den Kaiserteich gelangte, ist nicht bekannt. "Eine Möglichkeit ist, dass Aquarienbesitzer Fische samt Pflanzen ausgesetzt haben. Wahrscheinlicher ist, dass Wasservögel die Pflanzen eingeschleppt haben", sagt Manfred Otto vom Gartenamt. "Ob das Mähverfahren den gewünschten Erfolg bringt, muss allerdings abgewartet werden. Es liegen aus der Praxis bisher nur wenig Erfahrungen über die Auswirkung der Mäharbeiten beim Tausendblatt vor", erklärt Otto.

Die Arbeiten auf dem Kaiserteich werden durch ein Untersuchungsprogramm begleitet. Das Umweltamt überwacht dabei die Wasserqualität in der Düssel, die die Zierteiche durchfließt und ständig Nährstoffe, aber auch Pflanzensamen nachliefert. "Ökologisch stellt das Tausendblatt kein Problem dar, vielmehr geht es um ästhetische Aspekte. Bei den übrigen Gewässern wie Schwanenspiegel und Spee´scher Graben wird deshalb vorerst nicht eingegriffen", so Werner Görtz, Leiter des Umweltamtes. Damit das Wachstum auch nachhaltig eingedämmt wird, werden anschließend weitere Teich- und Seerosen eingesetzt. Sie treten in eine gewünschte Konkurrenz zum Tausendblatt, binden Nährstoffe und sehen zudem schöner aus. Außerdem sorgen sie für eine zusätzliche Beschattung des Gewässers.

Der "experimentelle Ansatz" — also in einem Abschnitt (Kaiserteich) mähen, in den anderen (Schwanenspiegel und Spee´scher Graben) nicht - soll zudem zeigen, wie die Pflanzen auf die Mahd reagieren und wie oft diese wiederholt werden muss. Auch wird beobachtet, wie sich im Vergleich dazu die Bestände, die der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben, entwickeln und ob die Tausendblatt-Vegetation ohne menschliches Zutun durch andere Teichpflanzen auf das normale Maß zurückgedrängt wird. Die "Säuberung" im Kaiserteich kostet rund 17.000 Euro.