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Düsseldorf: Schwerstarbeit für die Kirmes

Düsseldorf : Schwerstarbeit für die Kirmes

In neun Tagen wird die Größte Kirmes am Rhein eröffnet. Auf der Rheinwiese zwischen Knie- und Oberkasseler Brücke kommen täglich mehr Schausteller an, um ihre Fahrgeschäfte aufzubauen. Während ein Wahrzeichen, das Riesenrad, schon steht, kommt die Wildwasserbahn am Montag.

Langsam schwebt die zehn Meter lange Schiene immer näher auf den Mann zu, der in etwa 20 Meter Höhe sitzt und dem Kranfahrer Zeichen gibt. Er dirigiert etwas nach links, noch etwas näher heran, und dann passt es. Wieder ist die Alpina-Bahn, mit 1,2 Kilometern die längste transportable Achterbahn der Welt, um ein Stück gewachsen.

Seit einer Woche sind zwölf Arbeiter mit dem Aufbau der Alpina beschäftigt, und langsam nimmt das Fahrgeschäft Formen an. Immerhin müssen 650 Tonnen Stahl, die 50 Lastwagen auf die Rheinwiese transportiert haben, zusammengebaut werden. Das sind rund 15 000 Einzelteile. "Dabei ist Präzisionsarbeit gefragt", sagt Betreiber Oscar Bruch — es komme auf jeden Millimeter an. Da muss jede Schiene exakt in die nächste passen. Die mehrere Kilometer langen Kabel, die verlegt werden, dürfen mit keinem Tropfen Wasser in Berührung kommen. "Sonst bleibt aus Sicherheitsgründen die Bahn stehen", sagt Bruch, der wenige Minuten zuvor selbst noch auf den Schienen stand, "weil etwas klemmte. Da musste ich helfen."

Überall wird gehämmert

Auf den Rheinwiesen herrscht neun Tage vor Eröffnung der Größten Kirmes am Rhein reges Treiben. Überall wird gehämmert und geschraubt. Ab und an ist ein Fluchen zu hören. Gegenüber der Achterbahn arbeiten seit gestern sechs Männer und eine Frau an einem 8,6 Tonnen schweren Stahlträger. Was noch nicht zu erkennen ist, soll heute Abend fertig sein: das Schlösser-Zelt. Hektik herrscht auch in einem anderen Zelt, in dem jede Menge Fuchsköpfe auf dem Boden liegen. "Wir sind schon bei der Innenausstattung", sagt ein Arbeiter.

Knapp die Hälfte der Schausteller hat Quartier bezogen und jede Menge Platz zum Rangieren. Das wird sich Anfang der Woche allerdings ändern. "Dann kommen die, die heute noch in Goslar und Hannover stehen", sagt Brigitte Trumpf. Sie ist seit Jahren mit ihrem Imbiss-Stand dabei. Dieses Jahr sei sie früh dran, sagt die Bremerin. Der Wagen steht, jetzt kommt die Feinarbeit. "Ich bin ein kleiner Leuchtvogel", sagt sie und lacht. Immerhin müssen rund 3000 Birnen angebracht werden — und die übrige Deko.

Während das Riesenrad an der Kniebrücke schon so gut wie fertig aussieht, ist vom anderen Wahrzeichen der Kirmes an der Oberkasseler Brücke noch nichts zu sehen. Lediglich die Bodenträger zeigen den Raum, auf dem die Wildwasserbahn in wenigen Tagen stehen soll.

Die Geisterbahn Mystery macht den Eindruck, fahrbereit zu sein. Doch der Schein trügt. Lediglich die Fassade steht. Im Inneren installieren die Arbeiter jetzt die Spezial-Grusel-Effekte — das dauert.

Währenddessen kann sich Harry Bruch, Betreiber der Schwarzwald-Christel, zurücklehnen. Selbst die Tische sind schon hübsch dekoriert, und die Küche ist bereits im Betrieb. Dort kocht Ehefrau Ute deftige Hausmannskost. Gestern gab's Wirsing mit Frikadelle (5,20 Euro) in der Kirmeskantine, in der es sich nicht nur die Aussteller schmecken ließen. "Gäste sind willkommen", sagt Harry Bruch.

(RP)