Düsseldorf: Schwere Vorwürfe gegen CDU-Ratsherrn

Düsseldorf: Schwere Vorwürfe gegen CDU-Ratsherrn

Die Spitzen des CDU-Kreisverbands und der Ratsfraktion haben einen Ratsherrn aufgefordert, vorerst seine politischen Ämter ruhen zu lassen. Hintergrund sind schwere Vorwürfe eines weiblichen Parteimitglieds.

Sie beschuldigt den Mann unter anderem, ihr auf Veranstaltungen nachgestellt und ihr obszöne Nachrichten geschickt zu haben. Kreisparteichef Thomas Jarzombek und Fraktionschef Rüdiger Gutt wollten erreichen, dass der Mann bis zur Klärung der Vorwürfe nicht mehr politisch tätig ist. Man bat ihn auch, auf eine Dienstreise für die CDU zu verzichten. Dies hat der Mann aber verweigert, wie er auf Anfrage unserer Redaktion gestern Abend bestätigte.

Der Politiker weist die Vorwürfe zurück. Er hat einen Anwalt eingeschaltet, der in seinem Namen bereits dem CDU-Vorsitzenden geantwortet hat. Er kündigt zudem an, gegen die Frau rechtlich vorgehen zu wollen. Dies sei noch nicht möglich, da diese ihre Anschuldigungen bislang nicht konkretisiert habe.

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Das ändert sich nun offenbar: Die Frau hat an den Parteivorstand gestern ein Schreiben gesendet, in dem sie etliche Begebenheiten aufzählt. In der E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, ist die Rede von einer Vielzahl von Vorfällen in den letzten Jahren. Der Mann habe sie mit Anrufen, SMS und Whatsapp-Nachrichten bedrängt und gegen ihren Willen Selfie-Fotos "in entsprechenden Posen" und andere obszöne Aufnahmen geschickt. Auf Bitten, das zu unterlassen, habe er nicht reagiert. Er habe sie zudem auf mehreren Veranstaltungen unsittlich berührt, bei einem letzten Zusammentreffen im Februar sei sie geflohen. Als sie sich dem Kreisvorsitzenden anvertraut habe, habe der von ihr Beschuldigte sie "bedroht".

Aus Parteikreisen heißt es, man befinde sich in einer schwierigen Situation. Gestern wurde bei einer Sitzung des Vorstands über die Angelegenheit gesprochen. Die Frau habe bislang keine Anzeige bei der Polizei gestellt, heißt es. Der Kreisverband könne nicht selbst ermitteln, ob die Vorwürfe stimmen, und habe beiden Seiten zur Anzeige geraten. Parteichef Jarzombek sagte, "wegen des schwebenden Verfahrens" wolle man keine Stellungnahme abgeben. Die Frau wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht äußern.

(arl)