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Schweigende Mehrheit in Düsseldorf muss lauter werden

Kommentar : Die Mehrheit muss lauter werden

Im Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Antidemokraten muss die schweigende Mehrheit lauter werden, findet unsere Autorin.

Düsseldorf ist eine weltoffene Stadt, die auch auf ihre starke Jüdische Gemeinde stolz ist. Die entstand vor 74 Jahren, als die ganze furchtbare Dimension des Holocaust längst nicht allgemein bekannt war. Es ist traurig und beschämend, wenn heute in dieser Gemeinde Flucht und Angst wieder Thema sind. Es ist an uns allen, diesen Ängsten den Grund zu nehmen. Nicht nur wegen der Jüdischen Gemeinde. Sondern weil der Sieg der schlechten Taten, die auf die schlechten Gedanken und Worte folgen, jeden Menschen bedroht, der sich nicht der Willkür von Hass und Fanatismus beugen will.

Die Mehrheit in unserer Stadt ist guten Willens, ist empathisch, hilfsbereit und großzügig und tief verwurzelt im freiheitlich-demokratischen Denken. Darauf kann auch die Jüdische Gemeinde vertrauen. Vielleicht fiele ihr das leichter, wenn diese Mehrheit sich nicht so oft schweigend zurückhielte. Sondern ihre Stärke laut und entschlossen demonstriert, wo immer es notwendig ist, im Kleinen wie im Großen.

(sg)