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Schulleiterin aus Düsseldorf sieht Neustart an Grundschulen kritisch

Corona und die Folgen für die Schule : Schulleiterin sieht Neustart an Grundschulen kritisch

Monika Maraun fürchtet neue Infektionswellen und hält die Entscheidung für „unverantwortlich“. Der Schuldezernent Burkhard Hintzsche beschreibt die Aufgaben für Schulleitungen als „ambitioniert“.

Auch in Düsseldorf wird der für den 15. Juni angekündigte Start des Regelbetriebs an Grundschulen zum Teil sehr kritisch gesehen. Monika Maraun, Leiterin der katholischen Paulusschule in Düsseldorf und Sprecherin der örtlichen Fachgruppe Grundschule in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, nannte diesen Schritt „unverantwortlich“. Sie habe „große Bauchschmerzen“, da sie bei zum Teil 30 Kindern in einem Klassenraum wieder größere Infektionswellen fürchte. Zudem könne man die angeordnete Trennung von Lerngruppen etwa beim Toilettengang eines Schülers nicht ständig kontrollieren und sicherstellen.

Aus ihrer Sicht hätte man bis nach den Sommerferien warten sollen, da dann mehr über das Infektionsgeschehen bei Kindern bekannt sein werde. Zumal man in den zwei Wochen bis zu den Sommerferien nur wenig Stoff aufholen könne und diese Zeit auch keinen Einfluss mehr auf die Zeugnisnote haben werde. „Diese Zeit rettet uns nicht.“ Und über den Lernstand der Schüler seien die Lehrer informiert, dafür brauche man keinen Regelbetrieb. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte das als einen Grund für die Entscheidung genannt.

Damit, dass es noch vor den Sommerferien einen erweiterten Betrieb an den Schulen geben wird, hat Schuldezernent Burkhard Hintzsche gerechnet. Vom nun verkündeten Umfang ist er aber doch „etwas überrascht.“ Dabei hält der Stadtdirektor einen Testlauf im Vollbetrieb noch vor den Ferien grundsätzlich für sinnvoll. „Man kann jetzt erproben, was man sonst in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahrs hätte machen müssen“, sagt er. Größere Probleme bei der Bereitstellung der Räume befürchtet der Spitzenbeamte nicht. „Die bislang maßgeblichen individuellen Abstandsgebote und Maskenpflichten sollen ja innerhalb der einzelnen Klassen nicht mehr gelten, so dass wir als Schulträger auf eine Teilung der Klassen verzichten können“, stellt Hintzsche fest. Die eigentliche Herausforderung liege nicht bei der Stadt, die sich auch mit Blick auf die Hygienekonzepte gut gerüstet sieht, sondern bei den Schulleitungen. „Verkürzte Zeiten unter Einhaltung der sonst üblichen Stundentafel bei gleichzeitiger Wiedereinführung des Offenen Ganztags, das ist schon ambitioniert.“