Bildung in der Landeshauptstadt So sieht das neue Düsseldorfer Luisen-Gymnasium aus

Bilk · Mit Kosten von 106 Millionen Euro gehört das Luisen-Gymnasium in Düsseldorf-Bilk zu den wichtigsten Projekten der Schulbau-Offensive. Jetzt war Spatenstich. Warum es an den Ausgaben auch Kritik gibt.

 Das Luisen-Gymnasium erhält ein neues Gebäude an der Völklinger Straße.

Das Luisen-Gymnasium erhält ein neues Gebäude an der Völklinger Straße.

Foto: RKW Architektur+

Eines der wichtigsten Projekte der Düsseldorfer Schulbau-Offensive wird konkret. Am Donnerstag haben mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten für den Neubau des Luisen-Gymnasiums an der Völklinger Straße begonnen. Die geplanten Kosten für den Komplex, zu dem auch eine moderne Dreifach-Sporthalle mit Tribünen für 700 Zuschauer, eine Mensa, eine Aula und ein Selbstlernzentrum gehören, werden voraussichtlich bei 106 Millionen Euro liegen.

„Das Bauvorhaben ist ein Leuchtturmprojekt innerhalb der Düsseldorfer Schulbauoffensive. Die Schülerinnen und Schüler können sich auf eine moderne und innovative Lernumgebung und eine neue Sporthalle freuen, die auch dem Vereinssport ein wettkampfgerechtes Domizil bietet“, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller.

Nicht nur baulich, auch pädagogisch wird das Gebäude, das mit dem Schuljahr 2026/27 an den Start gehen soll, ein neues Kapitel in der Geschichte des traditionsreichen Gymnasiums aufschlagen. Denn zum Konzept gehört eine innovative Lernumgebung, die aus inzwischen beim Schulbau bevorzugten so genannten Clustern besteht. Zum Konzept solcher Cluster gehört es, eine flexible Strukturierung unterschiedlicher Lernbereiche in separaten Gruppen zu ermöglichen. „Beim Luisen-Gymnasium wird das Gebäude innerhalb von Clusterhäusern organisiert“, sagte Schuldezernent Burkhard Hintzsche.

Kommt alles wie geplant, bedeutet das für die Schüler – gemessen an den derzeitigen Verhältnissen im Altbau an der Bastionstraße – einen Quantensprung. Doch bis es so weit ist, brauchen die Gymnasiasten allerdings noch etwas Geduld. So werden die fünften und sechsten Klassen in einer vorübergehend eingerichteten Dependance am Fürstenwall 100 unterrichtet.

„Natürlich ist die Verteilung auf zwei Standorte eine Herausforderung. Aber wir freuen uns darauf, denn in der Dependance werden wir nicht nur für unsere Jüngsten mehr Platz haben, sondern wir schaffen auch an der Bastonstraße etwas mehr Bewegungsspielraum“, sagt Schulleiterin Gabriele Patten.

Ein weiteres Plus aus Sicht der Schulplaner: Das Luisen-Gymnasium kann durch die Kapazitäten im Neubau auf Dauer vierzügig werden und damit rund 120 Jungen und Mädchen aufnehmen. Angesichts des Nachfrage-Drucks auf die mit Abstand beliebteste Schulform, auf die in Düsseldorf mehr als die Hälfte der Viertklässler wechselt, ist das für viele Eltern und Kinder eine gute Nachricht.

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Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Besondere Akzente will die Stadt an der Völklinger Straße auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Klima setzen. So werden auf den begrünten Hauptdachflächen des Schulgebäudes und der Sporthalle Fotovoltaik-Module zur Selbstversorgung aufgestellt. Die Wärmeversorgung erfolgt über einen Fernwärmeanschluss der städtischen Netzgesellschaft, und die Lüftungsanlage wird mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Zudem erhält der Neubau eine energiesparende LED-Beleuchtung.

Dass „eines der ehrgeizigsten und größten Schulbau-Projekte der letzten Jahre“ (so der Oberbürgermeister beim Spatenstich) seinen Preis hat, rief im Vorfeld der Ratsentscheidung im Dezember auch Kritik hervor. Vor allem die FDP zeigte sich irritiert über den dreistelligen Millionenbetrag und erinnerte daran, dass für die geplante neue Gesamtschule in Heerdt an der Aldekerkstraße nur etwa 68 Millionen Euro veranschlagt werden. Die Verwaltung konterte diese Kritik unter anderem damit, dass sich die Baukosten pro Quadratmeter – gemessen an den einschlägigen Kennzahlen – im aktuellen Schnitt solcher Projekte bewegten.

Auch CDU-Schulexperte Stefan Wiedon hatte den hohen Millionen-Betrag im Schulausschuss verteidigt: Wolle man die Kosten deutlich reduzieren, müsse man letztlich auf Fotovoltaik-Anlagen und die Begrünung des Gebäudes verzichten und sich auf eine normale Schulsport-Halle, die den Vereinen weit weniger Nutzen bringe, beschränken. Aber das mache keinen Sinn, denn die Halle schließe hier eine wichtige Lücke.

(jj)
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