760 Aussteller bei der GDS: Schuhmesse startet mit Optimismus

760 Aussteller bei der GDS: Schuhmesse startet mit Optimismus

Obwohl die Branche mit einem Rückgang der Export-Zahlen zu kämpfen hat, steigt die Zahl der Beschäftigten. Der Einzelhandel erfreut sich ungebrochener Kauflaune bei den Kunden. Um dies zu erhalten, präsentieren sich 760 Aussteller auf der Messe GDS in den Düsseldorfer Messehallen.

Natürlich setzt die Wirtschaftskrise auch der Schuhbranche zu — doch in entwaffnender Ehrlichkeit sagte Ralph Rieker, Vorsitzender des Bundesverbandes der Schuhindustrie, dass man schon seit 25 Jahren von einer Talsohle spreche und demzufolge ebenso krisenerprobt wie leidensfähig sei. Damit traf er die Stimmung zum Auftakt der Düsseldorfer Schuhmesse.

Grund zu verhaltenem Optimismus gibt der Dank eines starken Wintergeschäftes gestoppte Abwärtstrend, der dem Handel laut Brigitte Wischnewski, Präsidentin des Bundesverbandes des Schuheinzelhandels, sogar zwischen zwei und drei Prozent Umsatzplus bescherte und ein Marktvolumen von 11,2 Milliarden Euro Umsatz erreichte.

Umsatz-Einbruch von 6,4 Prozent

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Dagegen mussten zwar die deutschen Hersteller vor allem wegen gesunkener Exportzahlen mit einem Umsatz-Einbruch von 6,4 Prozent leben, doch hatte dies keinen negativen Einfluss auf die Beschäftigungszahlen in der Industrie: Sie stiegen bei insgesamt 80 Unternehmen mit 10 620 Beschäftigten sogar an. Während die Industrie mit Exporten aus China (56 Prozent) und Vietnam (12 Prozent) zu kämpfen hat — das sind rund 322 Millionen Paar Schuhe — erfreut sich der Einzelhandel ungebrochener Kauflaune bei den Bürgern.

Diese wach zu halten, ist das Ziel der Fachmesse GDS: 760 Aussteller, 360 Global Shoes-Teilnehmer und 1700 Kollektionen locken Händler und Einkäufer an. Die Messe bietet laut GDS-Direktorin Kirstin Deutelmoser nicht nur die ideale Plattform zum Austausch, sondern auch ein in dieser Form sonst nirgendwo bestehendes, breites Angebot: Neben den Modenschauen sind dies zahlreiche Vorträge und Seminare zu Markt-, Verkaufs- und Trend- Fachwissen.

In den gut besuchten Hallen ist die Stimmung positiv. Die helle, attraktive Gestaltung in den Upper- Style und White-Cube-Bereichen gibt Anbietern wie Joop, Paco Gil oder Joy Harper ein passendes Ambiente. Das Marktsegment "Wellness" wird mit Rücksicht auf die wachsende Bedeutung von Gesundheit und Bequemlichkeit gleich in fünf Sparten aufgeteilt. Und im schrägen Mischmasch der Abteilung "Design Attack" findet man vom pfiffigen Dirndl bis zum handbemalten Gürtel einiges, was das Ladensortiment erweitern kann. "Die Stimmung ist lebendig, auch wenn es heute nur sehr viele deutsche Besucher gibt", so der niederländische Familienunternehmer Reynier van Bommel, der zu den hochwertigen und innovativen Anbietern zählt. Messe-Neuling Kristin Adamski vom dänischen Label "Black Lilly" bietet neben Schuhen auch passende Accessoires wie Tücher, Gürtel und Taschen in Schwarz und in pudrigen Tönen an. "Das wird gut angenommen, weil man ein ganzes Paket und kleine Mengen ordern und dem Kunden so ein schlüssiges Gesamtbild anbieten kann." Um den Endverbraucher weiterhin zu animieren, sind also innovative Konzepte gefragt.

(RP)