Düsseldorf: Schüler wollen Sozialarbeiter behalten

Düsseldorf : Schüler wollen Sozialarbeiter behalten

33 von 80 Schulsozialarbeiter-Stellen könnten 2015 wegfallen. Es geht um Jobs, die aus Bundesmitteln bezahlt werden.

400 Luftballons steigen in den Himmel über der Hulda-Pankok-Gesamtschule. "Frau Royen muss bleiben", rufen ein paar Jungen und Mädchen. An einem der Ballons klebt ein gelber Zettel. "Mehr Geld für Schulen", hat einer mit Filzstift darauf geschrieben. "Ich habe mich in Deutsch und Mathe verbessert, weil Frau Royen mir eine Nachhilfe organisiert hat", sagt der 14-jährige Abdul aus der 7 b. Und Klassenkamerad Milan (13) meint: "Sie ist eine nette Frau und hat eine Gruppe eingerichtet, in der wir auf einem fest gespannten Band, einer Slackline, balancieren. Seitdem kann ich mich wieder besser konzentrieren."

Die Sorge der Gesamtschüler gilt der Zukunft von Nina Royen. Seit Februar 2012 arbeitet die 38-jährige Schulsozialarbeiterin an der Brinckmannstraße sowie an der Montessori-Grundschule in Flingern. Bezahlt wurde die studierte Erziehungswissenschaftlerin bislang aus Mitteln des nun auslaufenden Bildungs- und Teilhabepakets (BuT). Eine Art Anschubfinanzierung. Denn die eigens eingestellten Schulsozialarbeiter sollten dafür sorgen, dass die BuT-Mittel besser abgerufen werden und Kinder aus ärmeren Elternhäusern auch tatsächlich von dem für sie bestimmten Geld profitieren. "Das ist eingetreten. Wir haben Geld für eine Klassenfahrt beantragt oder die Bezahlung von Nachhilfestunden organisiert und den Eltern beim Ausfüllen der Formulare geholfen", sagt Royen. Doch dabei blieb es nicht. Inzwischen unterstützt die Düsseldorferin ihre fest angestellte Kollegin, hilft bei der Streitschlichtung, löst Konflikte. Mir ihr zu reden, das ist halt einfacher als gleich zum Lehrer zu gehen. "Zwar können sich auch Lehrer fortbilden lassen, aber diese Ausbildung reicht bei weitem nicht an die Kompetenzen der Sozialarbeit heran", sagt Schulleiterin Alexandra Haußmann. Wie es in Düsseldorf mit den Stellen von Royen und ihren 32 aus BuT-Mitteln finanzierten Kollegen weitergeht, ist völlig offen. Zwar hat die Stadt die rund 14 Millionen Euro aus diesem Paket so gestreckt, dass die Stellen bis Sommer 2015 gesichert sind. "Aus fachlicher Sicht wäre eine Weiterfinanzierung im Sinne einer qualifizierten Prävention geboten", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche. Entsprechende Forderungen seien über den NRW-Städtetag an die Bundes- sowie an die Landesregierung herangetragen worden. "Den Erhalt der Stellen zu fordern, macht Sinn. Gerade auch, weil wir die Inklusion zurzeit stark vorantreiben", meint der Spitzenbeamte.

(RP)
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