Düsseldorf: Schüler leiten ihre eigene Bank

Düsseldorf: Schüler leiten ihre eigene Bank

Beim Planspiel des Bundesverbands deutscher Banken lernen Schüler die Arbeit eines Bankvorstandes kennen. Trotz Finanzkrise und Imageproblemen bleibt das Berufsbild attraktiv. Zwei Düsseldorfer Teams erzählen, warum.

Die Zeiten ändern sich, die Rolle der Kreditinstitute auch. Doch für Jungen und Mädchen an weiterführenden Schulen bleibt das Planspiel "Schul/Banker" eine beliebte Konstante. Zum 16. Mal bietet der Bundesverband deutscher Banken das Spiel an, bei dem die Teilnehmer eine virtuelle Bank führen und alle wichtigen Entscheidungen selbst treffen müssen. In der Runde, die bis Mai 2014 läuft, treten 3700 Schüler aus Deutschland, der Schweiz und Griechenland in 790 Teams gegeneinander an. Aus Düsseldorf machen das Suitbertus-, das Marie-Curie-, das Humboldt- und das St.-Ursula-Gymnasium mit.

Die Schulbanker übernehmen alle Aufgaben eines Vorstandes: Sie betreiben Aktienfonds, berechnen die Ausgaben für Aus- und Weiterbildungen ihrer (virtuellen) Mitarbeiter und legen Zinssätze fest. "Mit Projekten wie Schul/Banker wollen wir es Schülern ermöglichen, in die Welt der Wirtschaft einzutauchen, hautnah zu erleben, wie Wirtschaft in der Praxis funktioniert oder funktionieren könnte", sagt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Genau das finden die Schüler gut. "Man kriegt mit, wie das bei Banken so läuft", sagt Enrico Ercolien vom Marie-Curie-Gymnasium. Auch Christopher Rautenberg vom Suitbertus-Gymnasium schätzt das Planspiel. "Man kriegt einen Einblick in das Thema, so wie es in der Schule sonst gar nicht möglich ist."

Rautenberg bildet mit Johannes Leuschke, Benedict Licht, Henri Blumenthal, Sebastian Kaiser und Maximilian Dresen das diesjährige Banker-Team des Suitbertus-Gymnasiums. Schon in den vergangenen Jahren haben Schüler der erzbischöflichen Schule an dem Planspiel teilgenommen, 2011 ist eine Gruppe sogar bis ins Finale gekommen. Die Schüler der Jahrgangsstufe Q2 haben für ihre Bank ein so genanntes "Aldi-Konzept" entwickelt. "Wir wollen möglichst viele Kunden erreichen und die Kosten niedrig halten", erklärt die Gruppe. "Deshalb haben wir weniger richtige Filialen und mehr Terminals."

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Die Gruppe des Marie-Curie-Gymnasiums, bestehend aus Marie und Christian Köppchen, Tobias Liese und Enrico Ercolien, hat sich für das gegensätzliche Modell entschieden und zielen vor allem auf Firmenkunden ab. Sozialwissenschaftslehrerin Kornelia Kluge-Mimmack steht der Gruppe beratend zur Seite. "Bisher haben sie das aber sehr selbstständig hinbekommen", sagt sie.

Die Schüler beschäftigen sich außerhalb der Schulzeiten mit dem Planspiel, da es kein Teil des Unterrichts ist. "Aber weil wir das hier freiwillig machen, finden wir das nicht schlimm, der Antrieb ist trotzdem da", sagt Licht vom Suitbertus.

Einige der Schüler wollen später in der Wirtschaft arbeiten, aber nicht alle. Enrico Ercolien will beispielsweise Chemie und Pharmazie studieren. "Aber es ist immer gut, etwas über Wirtschaft zu wissen", sagt er.

In einem sind beide Teams sich einig: Das Planspiel ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht. "Man muss sich halt reinlesen."

(RP)
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