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Berufe: Schüler erkunden die Industrie

Berufe : Schüler erkunden die Industrie

Die Agentur für Arbeit will Schüler für gewerblich-technische Berufe begeistern. Bei einer besonderen Bustour besichtigten 40 Jugendliche am Montag die Unternehmen Gottwald und Schmolz + Bickenbach sowie den Medienhafen.

Ein bisschen Sightseeing war auch dabei: Als sich 40 Düsseldorfer Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren gestern auf die "Bustour Industrieberufe" begaben, taten sie das im roten Doppeldeckerbus der Stadt und bekamen vom Süden bis zum Norden einiges zu sehen. Die Agentur für Arbeit Düsseldorf veranstaltete die Besichtigungsrunde unter dem Motto "Rein in die Düsseldorfer Industrie" zusammen mit der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH. Die tieferen Einblicke gab es dann aber doch explizit im Bereich der Industrie, für deren Arbeitswelt das Interesse der Schüler geweckt werden sollte. "Für den Arbeitsmarkt in Düsseldorf brauchen wir unbedingt den industriellen Bereich", betont Arbeitsagentur-Chef Peter Jäger. "18 Prozent der Arbeitsplätze in der Stadt gibt es in der Industrie. Und an denen hängen wiederum zahlreiche andere." Jugendliche neigten aber dazu, sich lieber einen Bürojob zu suchen: "Deshalb wollen wir ihnen die Alternativen vor Ort aufzeigen."

Die Bustour führte die Schüler daher zunächst zum Industriekran-Hersteller Gottwald Port Technology in Benrath, dann zu einer Führung durch den Medienhafen und schließlich zum Stahlunternehmen Schmolz + Bickenbach. Auf den Wegen dazwischen gab es reichlich Informationen über die Industrie in der Stadt. "Und vor Ort können wir mit Vorurteilen aufräumen", sagt Jäger. "Ist es dreckig? Stinkt es? Qualmt es?"

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Bei Gottwald, einer Tochtergesellschaft von Demag Cranes, bewahrheitet sich zumindest ein Klischee recht schnell: das von der Lautstärke in industriellen Berufen. Ausbildungsleiter Michael Kiefer muss kräftig die Stimme heben, während er den Schülern das Werksgelände zeigt, von der Vor- über die Endmontage bis hin zum Prüffeld für die fertigen Produkte. Trotz des Arbeitslärms um sie herum hören die Schüler aufmerksam zu und recken zuweilen neugierig die Hälse, wenn irgendwo die Funken fliegen. Insgesamt 15 Ausbildungsplätze im gewerblich-technischen Bereich gibt es am Düsseldorfer Standort des Unternehmens, unter anderem als Industriemechaniker, als Werkzeugmechaniker oder als Mechatroniker. Allmählich habe man aber Probleme, diese Stellen zu besetzen, sagt Sprecherin Britta Heyn: "Dabei sind das spannende Berufe, und die Ausbildung ist sehr fundiert." Überdies bietet Gottwald dem Nachwuchs nach ihren Worten auch beste Perspektiven: "Wir bilden für unseren eigenen Bedarf aus, nach der Ausbildung wird man übernommen." Auch die Weiterbildungsmöglichkeiten seien gut, sagt Heyn: "Es gibt bei uns einige interessante interne Karrieren."

Einige der Schüler sind nach den ersten Stationen jedenfalls neugierig geworden: "Ist das wohl sehr anstrengend, wenn man das den ganzen Tag macht?", fragt einer seinen Nachbarn. Andere ziehen eine Zukunft in der Industrie offenbar schon in Erwägung, etwa der 14-jährige Marvin, der sich von dem riesigen Werksgelände beeindrucken lässt: "Das ist schon alles sehr groß hier", sagt er: "Ich kann mir das gut vorstellen." Auch die recht guten Jobchancen seien ein gutes Argument: "Das ist schon wichtig."

Lehrerin Irmtraud Glade von der Hulda-Pankok-Gesamtschule, die mit einer Gruppe von Achtklässlern dabei ist, ist jedenfalls überzeugt, dass die Bustour für ihre Schüler ein wertvolles Orientierungsangebot darstellt. "Wir befassen uns in der 8. Klasse langsam mit dem Thema Berufswahl, und derzeit sind die Schüler da noch für alles offen", sagt sie. "Und weil die Noten weitgehend geschrieben sind, sind nun auch alle entspannt." Für die Tour mit der Arbeitsagentur habe es sogar deutlich mehr Interessenten als Plätze gegeben.