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Schüler erfinden Software für Segelboote und das Weltall

Theodor-Fliedner-Gymnasium : Schüler erfinden Software für Segelboote und das Weltall

Beim regionalen „Jugend forscht“-Wettbewerb werden in der Turbinenhalle der Stadtwerke 35 Projekte gezeigt. Vier davon kommen aus dem Theodor-Fliedner-Gymnasium.

Segeln ist für Martin Gottschald das schönste Hobby der Welt. Mit seinem „Optimist“, einem Ein-Mann-Segelboot, kreuzte der Zwölfjährige schon über große Gewässer wie den italienischen Gardasee. So sicher wie Gottschald fühlt sich jedoch nicht jeder Anfänger auf dem Wasser. Erst neulich musste der Schüler des Theodor-Fliedner-Gymnasiums mit ansehen, wie seine ein Jahr ältere Cousine mit seinem Boot in Ufernähe kenterte. Also entwickelte der technikbegeisterte Junge etwas, was dabei hilft, derart brenzlige Situationen zukünftig zu vermeiden. „Besonders die Stellung des Segels zu kontrollieren, bereitet Anfängern oft Probleme“, sagt Gottschald. Sein IT-System „Easy Sailing“ misst aber nicht nur die Windbedingungen und die Stellung des Segels – ein Bordcomputer verarbeitet diese Informationen so, dass dem Segler notwendige Befehle zur Stabilisierung des Kurses angezeigt werden.

Gottschalds Erfindung ist aber nur eines von vier ambitionierten Projekten, mit denen Schüler des evangelisch geprägten Kaiserswerther Gymnasiums am heutigen Mittwoch eine Fachjury überzeugen wollen. Im Rahmen der schuleigenen „Jugend forscht“-AG tüftelten die fünf Jungs ein Jahr lang an unterschiedlichen Vorhaben, mit denen sie sich beim gleichnamigen Nachwuchswettbewerb bewerben konnten. „Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist es, jungen Leuten einen Experimentierraum anzubieten, der über den Bereich der schulischen Naturwissenschaften hinausgeht“, sagt Jörg Thar. Der Physiklehrer steht aber nur betreuend zur Seite. Entwickelt und umgesetzt haben die Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren ihre Ideen ganz allein.

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Vorab präsentierten die Schüler ihre Werke schon einmal der Öffentlichkeit – und testeten die Erfindungen dabei gleich auf Funktionsfähigkeit. Gerade an Letzterer hapert es beim Projekt von Jan Korte (16), Julian Meyer (16) und Johannes Handke (17) noch ein wenig. Das Vorhaben der drei Motorsport-Fans, einen funktionierenden Hybrid aus Verbrennungs- und Elektromotor zu bauen, zählt allerdings auch zu den anspruchsvollsten Projekten im Wettbewerb. „Der elektrische Zünder bereitet uns noch Probleme“, sagt Korte. Immerhin lässt sich der Motor manuell starten.

Vielleicht kombinieren die drei Fliedner-Schüler ihr Projekt irgendwann einmal mit dem von Max Schulte. Der 14-Jährige befasst sich nämlich mit den Batterien von Elektroautos. „Die brauchen immer noch viel zu lange zum Aufladen“, weiß der Schüler. Mit seiner modifizierten Eisen-Chrom-Redox-Batterie ließe sich der Prozess verkürzen. Allerdings auch auf Kosten der Leistungsfähigkeit. Mit einem reinen IT-Projekt geht Emile Hansmaennel an den Start. Bereits im vergangenen Jahr befasste sich der 18-Jährige bei „Jugend forscht“ mit 3D-Simulationen von Sternbildern.

Der Astrophysiker Tim Tugendhat war von dem Ergebnis so begeistert, dass er Hansmaennel spontan zu einem Besuch an der Universität Heidelberg einlud. Er unterstützte den Schüler aus Düsseldorf fortan dabei, sein Modell der Open-Source-Software „Blender“ auszubauen. „Galaxien bewegen sich im Laufe von Millionen von Jahren ständig. Die Software soll diese Bewegungen von über 1,2 Millionen Sternen möglichst effizient simulieren.“ Zumindest Hansmaennel kennt sich also mit dem Griff nach den Sternen schon aus, wenn am heutigen Mittwoch der eigentliche Wettbewerb beginnt.