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300 Stellen in Gefahr: Schrauben-Mothes produziert trotz Insolvenz

300 Stellen in Gefahr : Schrauben-Mothes produziert trotz Insolvenz

Vor wenigen Tagen musste das Düsseldorfer Familienunternehmen Max Mothes Antrag auf Insolvenz stellen. Inzwischen hat der Insolvenzverwalter Frank Kebekus die Geschäfte des Schraubenherstellers übernommen. Gespräche mit Investoren würden bereits geführt, sagte Kebekus der Rheinischen Post. 300 Stellen in Neuss und Düsseldorf sind in Gefahr.

Seit fünf Generationen ist die Firma Max Mothes im Besitz einer Düsseldorfer Familie. Am 6. April kam die schlechte Nachricht: Max Mothes muss Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Inzwischen hat ein Insolvenzverwalter das Ruder bei einem der bekanntesten deutschen Schraubenhersteller übernommen.

Den Auftrag erhielt der Düsseldorfer Insolvenzexperte Frank Kebekus. Und der hat einen engen Zeitplan. Sein Ziel: Er möchte das Traditionsunternehmen am besten binnen zwei Monaten sanieren und so Hunderte Arbeitsplätze sichern. Allerdings macht er Einschränkungen. Entlassungen können demnach nicht ausgeschlossen werden. Dies sei aber in dieser frühen Phase noch schwer einzuschätzen. Zumindest aktuell werden keine Mitarbeiter entlassen.

Doch wie geht es jetzt bei Max Mothes weiter? "Wir führen intensive Gespräche mit mehreren Investoren", sagte Frank Kebekus im Gespräch mit der Rheinischen Post. "Es gibt Interessenten, die das Unternehmen komplett übernehmen wollen, andere sind nur an Teilen interessiert", sagte der Insolvenzverwalter. Wer diese Interessenten sind, wollte Kebekus nicht sagen.

Hauptaugenmerk des Insolvenzverwalters sei die Stabilisierung des Geschäftsbetriebes. "Wir sorgen dafür, die Belieferung der Kunden zu gewährleisten. Dafür ist es natürlich auch wichtig, dass Zulieferer und Arbeitnehmer weiter zu dem Unternehmen stehen. Ein wichtiger Punkt ist hier etwa die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes, die Löhne der Arbeitnehmer sind dadurch bis einschließlich Juni gesichert", erklärt Frank Kebekus.

Max Mothes beschäftigt insgesamt 300 Mitarbeiter. 200 davon in Neuss, 50 in Düsseldorf, der Rest an anderen Standorten. Die Firma ist einer der führenden Händler und Hersteller von qualitativ hochwertigen Schrauben und Verbindungselementen in Europa. Das Familienunternehmen wurde 1918 gegründet und hat sich in seiner über 90-jährigen Geschichte zu einem der führenden Anbieter für mechanische Verbindungselemente in Europa entwickelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte man sich zunächst auf den Handel mit Schrauben, Muttern und Verbindungselementen aller Art. 1921 wurde das Unternehmen durch eine eigene Fertigung erweitert. Nach anhaltendem Wachstum konnten die Kunden von Max Mothes im Jahr 1953 bereits aus über 20 000 verschiedenen Artikeln auswählen. Im Jahr 1993 wurde das Lager der Firma nach Neuss-Uedesheim verlagert. Die Zentrale blieb aber bis heute in Düsseldorf-Bilk an der Suitbertusstraße.

Grund für die Insolvenz von Max Mothes war Illiquidität. Gerade in Aufschwungphasen wie der jetzigen bekommen Unternehmen oft finanzielle Probleme, da sie die zu verkaufenden Waren aus eigener Tasche vorfinanzieren müssen.

(RP)