Schnuppercamp der DLRG Düsseldorf am Unterbacher See

DLRG Düsseldorf : Lebensretter suchen Nachwuchs

Mit einem Schnuppercamp an der Wachstation Unterbacher See wollen die Rettungsschwimmer der DLRG junge Menschen für das Ehrenamt begeistern.

Das hatten sich Markus Falkenau und Max Chazan Anfang Mai wirklich anders vorgestellt. Kalt und regnerisch war es beim Rettungsschwimmercamp an der Wachstation Unterbacher See der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Aber die Lebensretter sind flexibel. „Das Wasser ist 15 Grad warm und damit deutlich wärmer als die Lufttemperatur. Wir scheuchen aber trotzdem keinen in den See“, verriet der stellvertretende Leiter der DLRG-Ortsgruppe Erkrath, Markus Falkenau.

Logisch, war das DLRG-Camp doch eine dreitägige Schnupperveranstaltung für Kinder und Jugendliche, um die vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten im Bereich des Wasserrettungsdienstes und Katastrophenschutzes aufzuzeigen. „Mit der spielerischen Vermittlung unseres Arbeitsalltags möchten wir natürlich das Interesse wecken, später mal dem Wachdienst der DLRG anzugehören“, erläutert Falkenau.

Und Bedarf für neue Leute im ehrenamtlichen Wachdienst hat die DLRG immer, ist die Ortsgruppe Erkrath doch nicht nur für die Wasserrettung am kompletten Unterbacher See zuständig. „Für einen Wachdienst am Strandbad Nord benötigen wir an Land sechs Leute, für das Boot drei bis vier. Wir haben zusätzlichen Personalbedarf, weil wir auch die Organisation des Strandbades bis auf die Kasse übernommen haben“, so Falkenau. „Das bedeutet, dass wir eben auch die Umkleiden und Toiletten kontrollieren oder Müll von den Wiesen sammeln. Und je mehr ausgebildete DLRG-Mitglieder wir haben, desto seltener müssen sie Dienst  schieben.“ Aktuell stehen 48 Namen auf der Wachdienstliste.

Müllsammeln stand aber nicht auf dem Lehrplan für die 44 Jugendlichen, die sich auch durch heftige Hagelschauer nicht von der Teilnahme abschrecken ließen. „Angemeldet waren 50 Kinder, aber einige mussten kurzfristig absagen. Das ist die übliche Fluktuation“, sagt Chazan, der beim DLRG Vorsitzender der Jugend-Ortsgruppe ist. So tummelten sich also die zukünftigen Lebensretter, manchmal frierend, aber meist mit neugierig leuchtenden Augen an den verschiedenen Stationen (unter anderem für Erste Hilfe, Funken, realistische Unfall- und Notfalldarstellung, Grundlagen der Tauchausbildung, Orientierung). Dem 13-jährigen Nils war das Camp schon bekannt, ist er doch Wiederholungstäter und bereits zum vierten Male dabei. „Beim ersten Mal hat es mir so gut gefallen, dass ich immer wieder dabei bin“, erklärt der Schüler des Gerresheimer Marie-Curie-Gymnasiums. „Und man lernt ja immer etwas Neues, denn die einzelnen Stationen sind nicht in jedem Jahr dieselben.“

Diesmal war bei der Station „Orientierung“ etwa der Bau eines „Behelfskompasses“ mit Wasserschüssel, Korken und einer magnetisierten Nadel dabei. Die Nadel, die durch den Korken gesteckt wird und damit schwimmt, richtet sich automatisch zum magnetischen Nordpol aus.

Eigentlich hat Nils bisher eine „DLRG-Vorzeigekarriere“ gemacht. Mit vier Jahren zum Schwimmunterricht, mit neun zum Rettungscamp, Inhaber des Rettungsschwimmscheins Bronze und Mitglied im DLRG-Jugend-Einsatz-Team (JET). „Ich will die DLRG-Ausbildung machen“, verrät Nils. Damit hat der DLRG-Wachdienst am Unterbacher See in einigen Jahren einen Ehrenamtler mehr. Alleine dafür lohnt sich die Organisation des „Rettungscamps“ für Kinder und Jugendliche schon.

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