Düsseldorf: Schnelles W-Lan für Schule ab Januar

Düsseldorf: Schnelles W-Lan für Schule ab Januar

Noch müssen die Lehrer am Leibniz-Montessori-Gymnasium ihr eigenes Datenvolumen den Schülern zur Verfügung stellen, damit diese im Unterricht Apps benutzen können. 50 Schulen sollen bis Ende 2018 mit W-Lan versorgt werden.

Lehrerin Annika Brückner hat sich die Aufforderung der Bezirksregierung zu Herzen genommen, mehr Medien in den Unterricht einzubauen. Dass das am Leibniz-Montessori-Gymnasium in Pempelfort aber technisch fast unmöglich ist, ahnte sie nicht. Damit ihre Schüler im Italienischunterricht trotzdem die Sprachapps auf ihren Smartphones verwenden können, stellt Brückner ihr eigenes Datenvolumen mittels Hotspot zur Verfügung. Die Stadt verspricht nun schnelles Internet, das noch in diesem Monat an den Start gehen soll. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so an unsere Grenzen stoßen", sagt Brückner.

Schüler könnten das Schul-W-Lan gar nicht nutzen. Wenn die Lehrer im Internet surften, breche die Verbindung schon ständig ab. "Im Lehrerzimmer kann ein Kollege noch nicht einmal einen Film herunterladen und ein anderer seine Mails zur gleichen Zeit checken", sagt Schulleiter Niels Lorenz.

Brückner wollte mit dem Einbinden der Apps einen interaktiveren Unterricht gestalten. Die Schüler nutzen dafür ihre eigenen Handys. Die, die keines besitzen, bekommen eines geliehen oder arbeiten mit einem Partner zusammen. Dass Brückner ihr eigenes, privates Datenvolumen für ihren Unterricht nutzt, war eigentlich nicht geplant. Aber man kann noch weniger verlangen, dass die Schüler ihres dafür verwenden, findet die Lehrerin. "Es ist frustrierend", sagt sie. "Da freuen sich die Schüler darauf und haben Lust, mitzuarbeiten, und dann scheitert es am technischen Aspekt. Viele waren dann demotiviert."

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Die Bandbreite reicht nach Angaben von Lorenz noch nicht einmal für die Lehrer. An vielen Orten in der Schule gebe es gar kein W-Lan. "Wir hoffen auf eine zügige Versorgung mit schnellem W-Lan, ohne, dass Fördervereine Zuschüsse leisten müssen", sagt Lorenz. "Die Stadt hat das versprochen, aber wir haben schon lange nichts mehr gehört."

Die Idee seiner Lehrer, Hotspots einzurichten, findet er "einfallsreich". Er stellt aber klar: "Das ist eine Notmaßnahme." Ziel der Schule sei es, der geforderten Nutzung von Medien im Unterricht nachzukommen. Doch Lorenz fragt sich, wie das ohne breitbandiges Internet funktionieren soll. Florian Dirszus vom Schulverwaltungsamt wundert es, dass die Schule nicht darüber informiert ist, wann sie breitbandiges Internet bekommt. "Bis Mitte, Ende 2018 sollen alle Schulen in Düsseldorf damit ausgestattet sein", sagt er. Es sei Aufgabe des Technikexperten an jeder Schule zu übermitteln, wann die Schulen mit dem neuen Zugang rechnen können. "Da hat es wohl ein Kommunikationsdefizit gegeben", sagt Dirszus. Damit die Schüler ihre eigenen Geräte in der Schule nutzen können, müsse die Netzarchitektur sehr weit ausgebaut werden. Die Hardware sei mittlerweile schon bei der Stadt angeliefert worden. Im Januar solle sie dann in zwölf Schulen, darunter auch im Leibniz-Montessori-Gymnasium, verbaut werden.

"Wir werden dann die Schulen kontaktieren", sagt Dirszus. Im "Leibniz" müssen laut Dirszus zudem Netzwerkkomponenten in jedem Raum angebracht werden, damit es zu einer flächendeckenden Vernetzung kommen kann. Dirszus verspricht: "Ich werde auf die Schule zugehen."

(eler)