Protest in Düsseldorf Schneckenrennen auf dem Schadowplatz

Düsseldorf · Die Organisation „Extinction Rebellion“ machte mit einer satirischen Aktion in Düsseldorf auf ihre Forderung nach einem Bürgerrat aufmerksam.

Das politische Schneckenrennen soll die Orientierungslosigkeit bei der Wärmewende symbolisieren.

Das politische Schneckenrennen soll die Orientierungslosigkeit bei der Wärmewende symbolisieren.

Foto: Endermann, Andreas (end)

„Herzlich willkommen bei dem Schneckenrennen für die Wärmewende”, ruft der Moderator auf der Schadowstraße den neugierigen Beobachtern zu. Hiermit wurde das satirisch-politische Schneckenrennen der Organisation „Extinction Rebellion” (XR) am Samstagmittag offiziell eröffnet. Sechs Mitglieder der Organisation tragen selbstgemachte Schneckenhäuser auf dem Rücken und repräsentieren die Parteien des Bundestags. Die stehen an der Startlinie und machen sich für das Rennen bereit. Eine siebte Person wird ebenfalls am Rennen teilnehmen: der Igel. Dieser soll einen Bürgerrat darstellen, den XR fordert.

Als Thema hat sich XR dieses Mal die Wärmewende ausgesucht. „Der Igel schafft es als einziger über die Ziellinie und gewinnt das Rennen”, erklärt XR-Sprecher Christoph Scherzer. „Damit wollen wir deutlich machen, dass ein Bürgerrat, von Bürgern organisiert und von Bürgern besetzt, schnell zielführende Ergebnisse für die Wärmewende liefern würde”. Das Rennen gewinnt entsprechend der Igel mit großem Vorsprung. Die Koalitionspartner, die symbolisch mit einer Schnur verbunden sind, kommen nur langsam voran, da ihre unterschiedlichen Meinungen und Anforderungen sie verlangsamen. CDU und AfD dagegen haben Schwierigkeiten, überhaupt die Startlinie zu überschreiten. Die Linke ist ebenfalls noch weit davon entfernt. Das Rennen ist chaotisch, doch der Igel schafft es in gerader Linie zum Ziel.

„Die Parteien kommen wegen interner Konflikte nicht voran”, sagt Scherzer. „Deswegen fördert Extinction Rebellion einen Bürgerrat, der parteilos ist und somit unabhängig Vorschläge für eine schnellere Wärmewende gestalten kann”. Die Idee von XR: Die teilnehmenden Bürger würden anhand eines Musters von einem unabhängigen Vorsitz gewählt werden und so im Bürgerrat ihre Stimme äußern und Vorschläge erstellen können. Der Rat gäbe diese Vorschläge dann an den Bundestag weiter, wo sie abgelehnt oder durchsetzt würden. „Die Entscheidung bliebe letztendlich beim Bundestag”, erklärt Scherzer. „Bei diesem große Thema muss man auf Politik setzen”.

Stephan schaut bei der Aktion zu und findet das Rennen ein schönes Schauspiel. „Hier wird die Lage für alle verständlich gemacht, das finde ich toll.” Den Vorschlag eines Bürgerrats kann er aber nicht richtig unterstützen. „Der Vorschlag ist zwar gut, aber ich weiß nicht, ob er durchsetzbar ist”, erklärt der 35-Jährige. Edgar war bereits bei den Umweltprotesten in den 1970ern dabei und findet den Vorschlag überfällig. „Diese Proteste und Aktionen kenne ich aus meiner Jugend und ich finde es echt schade, dass sie immer noch stattfinden müssen”, erklärt der 72-Jährige. „Ich hoffe, dass die Bürger wach werden und diese Umweltproteste unterstützen”.

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