Jubiläum: Schmittmann feiert 200. Geburtstag

Jubiläum: Schmittmann feiert 200. Geburtstag

Wenn eine Traditionsbrennerei 200 Jahre alt wird, dann wird richtig gefeiert – wie am Samstag beim Hoffest der Edel-Brennerei Schmittmann. Groß war der Andrang der Besucher, die Spirituosen wie den limitierten Jubiläumskorn, probieren wollten und sich am Stand der Bar Alexander beweisen ließen, das die Produkte auch cocktailtauglich sind.

Wer wissen wollte, wie ein Korn entsteht, konnte sich bei einer Brennerei-Führung aufklären lassen und ein Küfner demonstrierte wie ein Fass entsteht.

Oberbürgermeister Thomas Geisel ließ es sich genauso wenig nehmen, den Schwestern Sonja und Vera Schmittmann zum großen Jubiläum zu gratulieren wie Bezirksbürgermeister Rolf Tups. Auch viele langjährige Freunde aus der Nachbarschaft waren gekommen, etwa Andreas Meuser (Gaststätte Meuser) oder die gesamte Familie Gossens (Oberkasseler Buchhändler). Auch Dino Conti Mica, Vorsitzender der Tonnengarde, und seine Frau Anke (Ex-Venetia) gehörten zu den Gästen. „Meine Frau ist hier aufgewachsen“, erzählte Conti Mica. Und durch die Tonnengarde habe auch er engeren Kontakt zur Schmittmann-Familie bekommen. Die Schmittmann-Frauen feierten sehr gerne, wusste er zu berichten:  „Wenn die beiden auf Partys kommen, dann geben sie immer Gas, genau wie wir. Darum passen wir so gut zusammen.“

Anwalt Michael Schmittmann ist ein entfernter Cousin der Schwestern und eingefleischter Niederkasseler. Auch wenn er nicht aus dem Familien-Zweig stammt, der die Brennerei führt, beteiligt er sich einmal im Jahr an der Produktion. „Ich liebe den Quittenlikör, weil die Quitten dafür aus meinem Garten stammen. Die ernten wir und bringen sie dann hierher“, erzählte er „Daraus entsteht ein Likör, der schmeckt wie süßer Wein, ein Traum. Und dieses Jahr wird besonders toll, da wir sehr viele Quitten haben.“

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Mit den Ungermanns von der Brauerei Schumacher verbindet die Schmittmanns bereits eine generationenübergreifende Freundschaft. „Unsere Eltern waren schon miteinander befreundet“, berichtete Thea Ungermann. „Wir sind zwei Traditionsfamilien aus Düsseldorf. Das prägt den Zusammenhalt.“ Wobei die Tradition kein Hindernis für Innovation sei – und das sei wichtig. „Wir hatten vor fünf Jahren ein Jubiläum, da hat die Brennerei extra für uns das „Ungermännchen“ gemacht.“ Ein klarer Freundschaftsbeweis, denn wie Vera Schmittmann berichtete, stellt der Betrieb nur selten Produkte auf Wunsch her. Dafür hätten sie selbst aber noch viele Ideen für neue Spirituosen – zumal Brennmeister Thorsten Franke ein kreativer Vertreter seines Faches sei.

Die nächste Neuigkeit aus dem Niederkasseler Betrieb gab’s denn auch gleich vor Ort für die Gäste zu testen. Zusammen mit dem Salzbauern Moritz Lübbers und Pia Scholz haben die Schmittmann-Frauen einen Lakritz-Likör kreiert. „Wir haben vorher Bonbons aus Lakritz hergestellt, die waren der Renner. Also dachten wir, warum keinen Likör draus machen“, erzählte Lübbers.

⇥Nicole Esch