Ausschreibung: Schloss Eller: Bonin prüft erste Interessenten

Ausschreibung : Schloss Eller: Bonin prüft erste Interessenten

Die Ausschreibung für das Schloss Eller läuft noch bis Ende Juli, aber Planungsdezernent Gregor Bonin ist bereits jetzt dabei, die Bonität ernsthafter Interessenten zu prüfen. "Knapp 30 haben sich auf die Marketing-Broschüre hin gemeldet", sagt der Beigeordnete, "zwei bis drei davon haben Erfahrungen im Umgang mit Denkmälern."

Das jedenfalls kann nicht von Schaden sein: Denn so schön und auch schön erhalten das Schloss Eller ist, es ist ein zu schützendes Denkmal - innen wie außen. Und genau das bringt die Probleme für potenzielle Nutzer: "Der Grundriss bedingt, dass man nicht viel damit machen kann", so Bonin. Da für die Innenräume strenge Auflagen gelten, dürfen sie weder vergrößert noch verkleinert werden. Jemand, der das Objekt zum Beispiel als Hotel nutzen wollte, kann jedoch mit großen Sälen wenig anfangen und bräuchte viele kleine Räume.

Ein Denkmal zu unterhalten kostet aber auch viel Geld, die Stadt wendet zurzeit jährlich allein für die Bewachung des Objekts, für Heizung und Unterhalt 50.000 Euro auf. "Um diese Kosten zu kompensieren, braucht der Investor eine entsprechende Nutzung", betont der Stadtplaner. Und auch die Interessen der Bürger, die eine enge Bindung zu "ihrem" Schloss aufgebaut haben, müssten berücksichtigt werden. Um die zu wahren, käme es auch nicht in Frage, das Objekt zu verschenken. "Dann hätten wir keinen Einfluss mehr."

Zuletzt war die Provinzial-Versicherung drei Jahre lang als Schloss-Investor im Gespräch. Weil es einen Hotel-Neubau neben dem Baudenkmal nicht realisieren konnte, zog sich das Unternehmen im Januar jedoch überraschend aus dem 20-Millionen-Euro-Projekt zurück.

(RP)
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