Sport-Kolumne Schlagen für die Fitness

Düsseldorf · Muay Thai (Thai-Boxen) ist ein Vollkontaktsport, bei dem es richtig zur Sache geht – und richtig anstrengend ist er auch. Blaue Flecken kann man sogar kriegen, wenn man selbst die Stöße verteilt hat.

 André Allerdisse ist Inhaber der Sportschule Kaminari.

André Allerdisse ist Inhaber der Sportschule Kaminari.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Vermutlich kommt etwas von der Faszination vieler Menschen für Kampfsport noch von den Bruce-Lee-Filmen, in denen er seine Gegner zwar mächtig vermöbelt, aber dabei immer so kontrolliert-elegant aussieht. Die meterweiten Sprungtritte, gern mit Drehung in der Luft, sind freilich eher eine Sache für Hollywood, sagt André Allerdisse. Er leitet die Kampfsportschule Kaminari, die ich mir für meinen Einblick ins Muay Thai (Thai-Boxen) ausgesucht habe. Der thailändische Volkssport unterscheidet sich von anderen Kampfsportarten unter anderem dadurch, dass hier auch Knie und Ellbogen eingesetzt werden. Außerdem gilt er als ultra-anstrengend, ist gut für Fitness und Durchhaltevermögen.

Dass er voll im Trend liegt, zeigt sich schon vor Beginn der Stunde – denn neben den regulären Teilnehmern sind 14 Neulinge zu einem Schnuppertraining gekommen, darunter auch vier Frauen.

Wie läuft die Stunde ab? Obwohl es wegen der vielen Teilnehmer eng zugeht auf der Matte, herrscht gute Stimmung. Erstmal gibt’s Aufwärmübungen: schnelles Laufen auf der Stelle kombiniert mit Boxen in die Luft, einige Tritte nach vorne, es wird schnell warm. Danach teilt André Allerdisse den Kurs auf: Den erfahrenen Schülern zeigt er eine Kombination, die sie ausprobieren sollen – danach erklärt er uns Anfängern eine einfachere Übung: abwechselnde Schläge nach vorn beispielsweise, richtige Fußstellung beachten, beim Schlagen ausatmen. Später wechseln dann auch wir Neulinge zu Partnerübungen, bei denen wir unserem Trainingspartner (vorsichtig) einen Kick oder einen Kniestoß verpassen. Muay Thai ist ein Vollkontakt-Sport, dafür sollen wir ein Gefühl entwickeln. Im letzten Teil der Stunde geht es für mich zur Sache: Der Trainer schnallt sich einen Bauchgürtel um und dicke Schlagpolster (Pratzen) um die Unterarme – und ich muss draufhalten. Schläge, Ellbogenstöße, Tritte, Kniestöße; ab und an bekomme ich im Gegenzug auch mal einen Knuff ab mit der Mahnung „Deckung!“. Zwei Minuten können sehr lang sein – dann endet die jeweilige Runde für alle mit einem akustischen Signal und es gibt eine kurze Pause. Das 1,5-Stunden-Training endet mit einer Runde für die Kraft – Liegestütz, Bauchübungen, Planks.

Wie viel Spaß macht es als Anfänger? Sehr viel – auch dank der guten Stimmung! Zwischendurch schaut man milde neidisch auf die Fortgeschrittenen auf der anderen Seite der Matte, die je zu zweit komplexe Abläufe üben und ihre Technik verfeinern. Das Knallen der Tritte und Schläge peitscht die Stimmung hoch. Als Anfänger kommt man nach gefühlten 1000 Schlägen und Kniestößen gut ins Schwitzen und weiß hinterher, dass man etwas gemacht hat. Am nächsten Morgen übrigens immer noch: Da entdecke ich den großen blauen Fleck auf meinem Knie. Das war’s aber wert.

Wo kann man es machen? Muay Thai gibt es in Kampfsportschulen und -zentren z.B. in Bilk, Friedrichstadt und Flingern. Die Kampfkunstschule Kaminari ist in Wersten, Harffstraße 53, Telefon: 0211-774707. Angeboten werden auch andere Kampfsportarten wie Kickboxen und Karate.

Fitness-Kolumne Unsere Autorin schreibt regelmäßig über die Sportangebote in Düsseldorf, vom Fitnessstudio bis zum Vereinssport. Vorschläge an nicole.lange@rheinische-post.de

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