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Linie 724: Schläger greifen Busfahrer an

Linie 724 : Schläger greifen Busfahrer an

Die Polizei sucht nach einem jungen Mann, der einen Busfahrer zusammengeschlagen hat. Der Anlass: Der Mann wollte mit einer brennenden Zigarette in einen Bus der Linie 724 einsteigen. Der Fahrer wies ihn daraufhin zurecht.

Es war gegen 23.40 Uhr, als Martina Burkandt wenige Tage zuvor den Bus von der Haltestelle Richardstraße nach Hause nehmen wollte. An der gegenüberliegenden Haltestelle konnte sie einen jungen Mann in Begleitung von zwei anderen Männern beobachten, der aggressiv einen wartenden Fahrgast anging. "Schon einem wartenden Jungen drohte er auf massive Art und Weise.

Zum Glück kam sein Bus, und er konnte einfach wegfahren", sagt die Zeugin. "Nachdem er verschwunden war, begann der Mann, mich übel zu beschimpfen." Doch es kam noch schlimmer. Als die Buslinie 724 da ist, wollte der junge Mann mit brennender Zigarette in den Bus steigen. Der Busfahrer wies ihn darauf hin, dass das Rauchen im Bus untersagt sei. "Nur wenige Sekunden danach muss der Täter den Fahrer angegriffen haben, denn dieser hat den Notknopf betätigt", sagt Heike Schuster von der Rheinbahn AG. "Einmal ausgelöst, kann die Leitstelle mithören was im Bus geschieht und Hilfe verständigen."

Hilfe rief auch Burkandt: "Ich sah den Bus kommen und wenige Augenblicke später einen Mann auf die Straße taumeln. Ich dachte erst, der Typ hätte einen Betrunkenen angegriffen. Dann begriff ich, dass es der Busfahrer war", sagt sie. "Ich habe sofort die Polizei gerufen."

Die hat noch keinen Tatverdächtigen: "Zurzeit läuft ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung gegen ,Unbekannt?", sagt Polizeisprecher Markus Niesczery. "Zwar konnte der Fahrer nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden, der Täter hat jedoch wiederholt mit beschuhtem Fuß auch gegen dessen Kopf getreten." Laut Polizei gab es Hinweise auf eine tatverdächtige Person im Alter von 25 Jahren, der Verdacht konnte jedoch nicht erhärtet werden.

Nach Eingang des Anrufs wurde ein Einsatzwagen zur Überfallstelle geschickt, der sich mittels Martinshorn seinen Weg bahnte. "Der Busfahrer hatte sich schon zurück in das Fahrerhäuschen geschleppt, der Täter hörte jedoch nicht auf, ihn zu beschimpfen", sagt Augenzeugin Burkandt. "Als die Polizei kam, sind die drei Männer weggelaufen." Die Beamten folgten den Tätern, konnten jedoch niemanden festnehmen. "Hätte ich gewusst, dass die anderen zwei Beteiligten versuchten, den Täter zurückzuhalten, wäre ich dazwischen gegangen", sagt Burkandt. "So hatte ich einfach zu viel Angst."

Dem Busfahrer geht es laut Auskunft der Rheinbahn wieder gut. "Solche Überfälle passieren ab und zu, sind aber nicht die Regel", sagt Schuster. "Für solche Fälle gibt es den Notknopf. Er ist für andere unsichtbar angebracht, so dass der Fahrer ihn ungesehen betätigen kann. Zudem werden Busse und Bahnen mittels Video überwacht."

(RP)