Scheich aus Katar soll Zeche in Düsseldorfer Luxushotel geprellt haben

Prozess in Düsseldorf: Zeche geprellt - Scheich pfeift auf Verhandlung

Ein Scheich aus Katar soll das Steigenberger Parkhotel vor zwei Jahren um fast 90.000 Euro Miete für eine Hotelsuite geprellt haben. Am Donnerstag wurde vor dem Landgericht verhandelt - der Scheich ließ sich jedoch nicht blicken.

Der Versuch der Richterin, das Mitglied der arabischen Herrscherfamilie zur Verhandlung herbeizuzitieren, misslang. So blieb im Prozess um die Zahlungsklage des Hotels nur, dessen Direktor als Zeugen zu vernehmen, der aufschlussreiche Details vom Aufenthalt des Potentaten schilderte.

Da der Hotel-Chef einst ebenfalls in Katar gearbeitet hatte, habe er sich damals "besonders gern" und intensiv um den arabischen Gast gekümmert. Samt Entourage war der Cousin des Emirs ohne Vorbuchung im Nobel-Hotel aufgekreuzt, habe monatelang dort logiert und diniert. "Er war ein sehr, sehr guter Gast, ich war sein Hauptansprechpartner!"

Scheich soll erst bar gezahlt haben - dann gar nicht mehr

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So habe der Cousin des Emirs von Katar durch Vermittlung des Hotel-Chefs eine 600er-Mercedes-Limousine gekauft (für 185.000 Euro, angeblich bar beglichen) und so vertraut waren beide angeblich, dass der Potentat den Hotel-Chef sogar nach Tipps gefragt habe: "Er wolle so und so viele Millionen in VW-Aktien investieren und wissen, was ich davon halte", so der Hoteldirektor als Zeuge.

"In den ersten Monaten" seien die Hotelkosten für Scheich samt Begleitung "sehr gut und regelmäßig gezahlt worden - in Cash". Doch nach dessen Abreise blieben angeblich noch 88.970,65 Euro offen. "Wenn der Scheich nun sagt, er sei in den letzten Monaten nicht im Hotel gewesen, frage ich mich, wieso er dann mit meiner Familie hier Silvester gefeiert hat!" Denn beim Abendessen mit dem Potentaten habe man das Geböller an der Kö zum Jahreswechsel 2015/2016 gemeinsam verfolgt.

Als der Scheich weg war und das Hotel-Management dessen Nobel-Auto in einer Spezialwerkstatt aufgespürt hatte, wollte man sich den Wagen als Pfand für die angeblich offenen Hotelkosten sichern. Das ist Mitte 2016 knapp gescheitert: Eine Woche vor dem Zugriff des Hotels ist die Edel-Limousine aus der Werkstatt weggebracht worden und ist seither ebenfalls verschwunden. Ein Urteil des Landgerichts steht noch aus.

(RP)