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Schausteller Oscar Bruch erhält die Karl-Klinzing-Plakette in Düsseldorf

Auszeichnung für Düsseldorfer Schausteller : Klinzing-Plakette geht an Oscar Bruch

Schausteller Oscar Bruch freut sich über eine Auszeichnung, die unter Düsseldorfern sehr begehrt ist. Nun ist ihm die Karl-Klinzing-Plakette verliehen worden. Er war sichtlich gerührt.

Dass es im „Theater an der Kö“ zu Premieren kommt, ist nichts Ungewöhnliches. Aber eine Weltpremiere kommt dann doch nicht alle Tage vor. „Ich habe schon oft über Dinge gesprochen, von denen ich nichts verstehe“, gestand Theaterleiter René Heinersdorff. „Ich habe Urteile abgegeben über Umstände, die ich gar nicht beurteilen konnte. Ich habe Ehrungen vorgenommen an Menschen, von denen ich dachte, die haben sie eigentlich gar nicht verdient. Was ich noch nie gemacht habe, ist eine Laudatio zu halten, über jemanden, den ich absolut nicht kenne.“

 Heinersdorff aber musste Ehrendes über Oscar Bruch jr. sagen, denn es ist üblich, dass der Träger der Karl-Klinzing-Plakette des Vorjahres für seinen Nachfolger die Laudatio hält. Die Plakette wird seit 1960 alljährlich von den Mostertpöttches, der Gilde der Liederdichter, Büttenredner, Sänger, Parodisten, Fanfarencorps, Tanzcorps und Musikkapellen an einen Menschen verliehen, die sich um die Landeshauptstadt Düsseldorf im Brauchtum, Kultur, Wirtschaft oder Politik besonders verdient gemacht hat.

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Sämtliche Heinersdorffschen Versuche Bruch zu erreichen, um Erhellendes, Berufliches, Familiäres aus erster Hand über den Schausteller, der drei Riesenräder betreibt, zu erfahren, waren fehlgeschlagen. „Eine Zeit lang dachte ich, es handelt sich um den Versuch von Guido Cantz im Rahmen einer versteckten Kamera mal zu schauen, was passiert, wenn ein Laudator verzweifelt versucht über einen zu Lobenden etwas in Erfahrung zu bringen, den es gar nicht gibt“, meinte der Klinzing-Plakettenträger des Jahres 2019. „Riesenräder mit dem Namen Bruch zu betreiben, erschien mir jedenfalls genauso mutig wie Busse zu vermieten mit dem Namen Pannenbecker.“ Damit verwies Heinersdorff auf den Karl-Klinzing-Plakettenträger des Jahres 2000, den Geschäftsführer der Omnibusse Pannenbecker GmbH.

Humoristisch blendend eingeführt, blieb dem „real existierenden“ Oscar Bruch nichts anderes übrig, als sich erst einmal zu entschuldigen, was selbstverständlich angenommen wurde. „Das ich als Träger der Karl-Klinzing-Plakette erkoren war, erwischte mich in der Pandemie, in einer Phase, in der ich ziemlich am Boden war“, gesteht Bruch. „Die Klinzing-Plakette zu erhalten, hat mich so gefreut, dass ich ein paar Tränchen verdrückt habe. Es hat mir Auftrieb gegeben.“

Das es Bruch ehrt und rührt in eine exklusiven Kreis aufgenommen zu werden, zu dem u.a. Heinersdorff, Ex-Fortua-Trainer Friedhelm Funkel, Mundart-Expertin Monika Voss, Ehrenoberbürgermeisterin Marlies Smeets, Satiriker Jacques Tilly oder Unicef-Komiteemitglied Heribert Klein gehören, war beim Festakt deutlich sichtbar. „Mit der Verleihung der Karl-Klinzing-Plakette wird mir die höchste Ehre Ehrung im Düsseldorfer Karneval gegeben. Okay vielleicht kurz unterhalb des Prinzen Karneval der Landeshauptstadt“, so Bruch, den auch wegen seiner ernsten Worte die Herzen zuflogen. „Karneval ist mehr als bloß Maskerade. Es ist der Narr, der der Obrigkeit den Spiegel vorhält. Narrenfreiheit ist zutiefst demokratisch und es gibt große Teile auf dieser Welt, da wäre man froh es gäbe diese Form der Demokratie.“ Kein Wunder also, dass man sich bei den Mostertpöttches und den Karl-Klinzing-Plakettenträgern auf eine möglichst unbeschwerte „fünfte Jahreszeit“ freut.