Düsseldorf: Schauspielhaus-Sanierung: Amt warnt

Düsseldorf: Schauspielhaus-Sanierung: Amt warnt

Rund 19 Millionen Euro soll die Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses kosten - vier Millionen Euro mehr als bisher kalkuliert. Die Politik soll nun einen entsprechenden Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss fassen. Doch genau darum gibt es jetzt Ärger: Das Rechnungsprüfungsamt, eine unabhängige Instanz, sieht große Risiken in dem Projekt, ist mit der Planung unzufrieden und hat dem Beschluss eine entsprechende Einschätzung beigelegt. Der Bauausschuss wollte in der Folge gestern nicht über die Vorlage abstimmen, sondern erst in der Ratssitzung darüber entscheiden. "Die Vorlage ist noch reichlich dünn. Da muss bis dahin noch mehr Fleisch ran", kommentierte Andreas Hartngik (CDU), Vorsitzender des Ausschusses, das Ganze.

Bei der Sanierung des Hauses seien "hohe Termin- und Kostenrisiken zu erwarten", heißt es vom Rechnungsprüfungsamt. Zum Einen hält das Amt, das die städtische Haushaltsführung kontrolliert, die Kostenschätzung der Verantwortlichen für unzureichend. Die vorgelegten Unterlagen enthielten nicht belegte Kosten von 2,8 Millionen Euro. Drei weitere Faktoren machten das Unterfangen riskant: So sei erst die Hälfte der Fassade demontiert worden, eine vollständige Bestandsaufnahme des Zustandes des Hauses - diese war für die Kostenermittlung für die Sanierung nötig - als Grundlage für die (finanzielle) Planung sei nicht möglich gewesen. Außerdem sei man mit der Demontage der Fassade bereits hinter dem Zeitplan. Angesichts des ohnehin engen Zeitplans, wonach Dach und Fassade bis Juni 2019 fertig sein müssen, gebe es zudem ein zeitliches Risiko. Auch seien im Terminplan die übrigen Maßnahmen zur Sanierung, etwa der öffentlichen Bereiche, nicht abgebildet. Auch bestünden Risiken bei der Koordination mit dem Bauprojekt Kö-Bogen II.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Projektleiter Reinhold Hahlhege teilen die Bedenken des Amtes nicht. "Wir haben alles nach bestem Wissen und Gewissen aufgelistet. Das reicht für eine Entscheidung aus", sagte Hahlhege.

(lai)
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