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Neugestaltung der Einkaufsstraße: Schadowstraße: Vorbilder präsentiert

Neugestaltung der Einkaufsstraße : Schadowstraße: Vorbilder präsentiert

Im Rahmen des Bürger-Dialogs zur Neugestaltung der Einkaufsstraße stellten Planer aus drei Städten ihre Konzepte vor: für die Exhibition Road in London, für die Mönckebergstraße in Hamburg und für die Zeil in Frankfurt am Main.

Von anderen lernen — das will die Stadt Düsseldorf, wenn es um die Neugestaltung der Schadowstraße geht. Der östliche Ast der einst umsatzstärksten deutschen Einkaufsstraße bietet Raum für neue Konzepte, wenn nach dem Start der Wehrhahn-Linie im Sommer 2015 die Stadtbahnen unterirdisch fahren. Zur Debatte stehen eine Fußgängerzone, das Beibehalten des Autoverkehrs und das Konzept "shared space" (geteilter Raum), bei dem Autos, Fußgänger und Radfahrer die bordsteinfreie Fläche gleichberechtigt nutzen. Planer aus anderen Städten stellten im Schauspielhaus vor, was sie umgesetzt haben.

London Exhibition Road Die Straße im Zentrum der britischen Hauptstadt war eine Hauptverkehrs-Trasse. "Es war ein hässlicher Platz für Autos, der Weg zu den Parks am Ende der Straße schien endlos", sagte Projektleiterin Tot Brill. Sieben Jahre wurde diskutiert und geplant, zwei weitere Jahre gebaut. Seit 2011 ist die neu gestaltete Straße fertig. Die Idee, einen echten "shared space" daraus zu machen, wurde durch einen Kompromiss ersetzt. Es gibt nun Zonen für Fußgänger und für Verkehr, aber auch gemischte Bereiche. Der diagonal karierte Bodenbelag aus Granit folgt den typischen Bewegungen von flanierenden Fußgängern von einer Straßenseite zur anderen. Für Anwohner sind Parkplätze markiert, Autos dürfen maximal Tempo 30 fahren. Die Straße wird auch für Veranstaltungen oder für Kunst — etwa des Düsseldorfer Akademie-Rektors Tony Cragg — und manchmal nachts von Studenten für Badminton genutzt. Allerdings ist die Exhibition Road nicht so stark vom Einzelhandel geprägt wie die Schadowstraße.

Hamburg Mönckebergstraße Sehr vergleichbar mit der Schadowstraße ist hingegen die Mönckebergstraße in der Hansestadt: viele Kaufhäuser und Filialen, starker Umsatz, eine U-Bahn unter der Straße. Autos müssen draußen bleiben, Busse, Taxis, Radfahrer und bis 11 Uhr Lieferverkehr sind zugelassen. Heiner Schote von der Handelskammer Hamburg stellte das Konzept der "Kommunaltrasse" vor. Es gilt Tempo 25. Das Konzept hat viele Vorteile. Der Nachteil: "Die Fahrbahn hindert offenbar einige Fußgänger daran, zur anderen Straßenseite zu queren", sagte Schote.

Frankfurt/M. Zeil Die Haupteinkaufsstraße der hessischen Metropole ist bereits seit den 1970er Jahren eine Fußgängerzone. Dennoch wurde sie jetzt umgestaltet, wie Dieter von Lüpke, Leiter des Planungsamts, ausführte: Die vier Baumreihen wurden unterbrochen und kleine Plätze geschaffen, in der Mitte wurden drei gastronomische Pavillons errichtet, ein zuvor stark befahrener Platz am Ende der Zeil — die Hauptwache — wurde verkehrsberuhigt. Fahrradfahren ist erlaubt, ist wegen der starken Fußgängerfrequenz aber nur langsam möglich. Das Hauptziel des Umbaus ist erreicht: "Auch in den späten Abendstunden ist sie belebt", so von Lüpke. Die Pavillons seien beliebte Anlaufpunkte vor dem Disco-Besuch.

(RP/jco/top)