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Wasserrohrbruch in Düsseldorf: Schadowstraße glich einem kleinen See

Wasserrohrbruch in Düsseldorf : Schadowstraße glich einem kleinen See

Neben der Baustelle Kö-Bogen platzte kurz nach 1 Uhr ein Stahlrohr. Binnen weniger Minuten flossen zigtausende Liter in die Grube und überfluteten schließlich große Teile der Fußgängerzone Schadowstraße. Das Wasser floss in die unteren Etagen mehrerer Läden. Es wurde niemand verletzt.

Die Schadowstraße, nachts um 1.17 Uhr. Ein Passant hört am Fußgängerübergang Berliner Allee unter dem Tausendfüßler plötzlich das Rauschen von großen Wassermengen. In einer Baugrube strömen riesige Mengen von Wasser aus einem offenbar geborstenen Rohr. Binnen weniger Minuten füllt sich die Baugrube, und das Wasser beginnt, die angrenzende Fußgängerzone zu überfluten.

Der nächtliche Zeuge hat die Feuerwehr alarmiert, die wenige Minuten später eintrifft — und nun ihrerseits umgehend die Stadtwerke informiert. Denn den Männern ist klar: Dieses Rohr und die daraus strömenden Wassermassen sind nicht einfach so in den Griff zu bekommen. Auch die Stadtwerke setzten ihren Notdienst in Marsch, der kurze Zeit später eintrifft. Die Experten veranlassen die Sperrung des defekten Rohres. Nicht einmal eine halbe Stunde nach Alarmierung der Einsatzkräfte versiegt die Quelle — aber die Folgen sind gewaltig.

Denn aus dem Rohr — Durchmesser 20 Zentimeter — ist so viel Wasser ausgeströmt, dass die angrenzende Fußgängerzone einem kleinen See gleicht. Bis zu 50 Zentimeter hoch steht die Brühe zwischen den Häusern und reicht bis in den Bereich Schadowplatz. Gurgelnd verschwindet das Wasser in den Gullys, nach und nach taucht der klatschnasse Asphalt wieder auf, das Kanalsystem hat keinerlei Probleme, die gewaltigen Mengen aufzunehmen.

Wasser läuft in die Keller

Probleme gibt es allerdings in den angrenzenden Häusern und Geschäften. Unter den Türen her ist das Wasser in die Räume eingedrungen, läuft durch Treppenhäuser oder auch die Decken in die unteren Stockwerke.

Vor allem das Modehaus Peek & Cloppenburg ist betroffen. Es liegt unmittelbar neben der Baugrube, in der das Rohr zerbarst, und zwei untere Etagen des Gebäudes stehen, so ein Sprecher der Feuerwehr, gut zehn Zentimeter unter Wasser. Das wird zwar von der Feuerwehr ziemlich schnell abgepumpt oder mit speziellen Staubsaugern aufgenommen, aber alles, was im Bereich des Wassers lag, ist nun patschnass. Wie hoch der dadurch verursachte Schaden ist, konnte gestern noch keiner sagen. Erst am späten Nachmittag können die Etagen (eine davon ist eine Verkaufsabteilung) wieder für die Kunden geöffnet werden.

Die Stadtwerke haben das Rohr am Dienstag auf der Baustelle untersucht, können aber keine Ursache für den Schaden erkennen. Also haben die Fachleute die Bruchstelle herausgesägt und aufs Firmengelände mitgenommen. Dort will man nun genauer untersuchen, wieso das Material nachgab. Dass die Bauarbeiten Wehrhahn-Linie/Kö-Bogen Mit-Verursacher sind, wird nicht ausgeschlossen: Dort ist viel Bewegung im Boden, außerdem sind die Rohre mehrfach verlegt worden. Stadtwerkesprecher Michael Pützhofen betonte gestern nochmals, entgegen ersten Gerüchten könnte von einem Millionenschaden keine Rede sein. Versicherungsleute seien bereits vor Ort gewesen, um sich ein Bild zu machen.

Stefan Mühling (die developer), der mit seinem Team den Kö-Bogen baut, ist ebenfalls früh in der Baugrube gewesen und vor allem erleichtert, dass der Rohrbruch die Arbeiten am Kö-Bogen in keiner Weise beeinträchtigen.

Vorsichtshalber wird noch am Vormittag die Statik des benachbarten Tausendfüßlers getestet, aber auch da gibt es keine ungewöhnlichen Messungen. Ein dort täglich geöffneter Obst- und Gemüsestand hat allerdings wegen der Leitungssperrung kein Wasser, das er jedoch dringend braucht. Die Stadtwerke haben auch dafür eine Lösung: Für die Übergangszeit stellt man dem Mann einen Wasserwagen hin — damit er seine Waren waschen kann. Weitere Probleme bei der Wasserversorgung gibt es nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wasserrohrbruch in der Düsseldorfer Innenstadt

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