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Straßenmagazin Fiftyfifty: Schadet Roma-Betreuung dem Image von Fiftyfifty?

Straßenmagazin Fiftyfifty : Schadet Roma-Betreuung dem Image von Fiftyfifty?

Viele Reaktionen hat Hubert Ostendorf, Mitbegründer der Obdachlosenhilfe Fiftyfifty bekommen, seit bekannt wurde, dass der Absatz des Magazins drastisch eingebrochen ist. Ermutigendes sei dabei gewesen, auch konstruktive Kritik, über die man diskutieren werde, sagt Ostendorf. Einen Vorwurf aber, vorgebracht in bisweilen offen rassistischen Worten, will er so nicht stehen lassen:

Den, dass zu viele Roma-Familien das Magazin verkaufen, dessen Erlös zwischen Verein und Verkäufer geteilt wird. Die rumänischen Roma "sind die neuen Armen in Deutschland, haben, obwohl EU-Bürger keinen Anspruch auf irgendwelche Leistungen", begründet Ostendorf, warum sich Fiftyfifty seit drei Jahren rund 700 Roma annimmt.

"Hinter unseren Verkäufern stecken keine zwielichtigen Banden", wehrt Ostendorf ein oft gehörtes Vorurteil ab. Er hat rumänisch gelernt, die bitterarmen Heimatdörfer der in Düsseldorf lebenden Roma besucht. "Wir kennen all unsere Roma persönlich, achten darauf, dass ihre Kinder zur Schule gehen, halten die Eltern an, Deutsch zu lernen und sich zu integrieren." 25 Roma-Familien hat Fiftyfifty inzwischen eine Wohnung — ohne Unterstützung der Arge — verschafft. "Sie sind tiefgläubige Christen, deren Frömmigkeit und Zusammenhalt mit Respekt abnötigt", so Ostendorf. Natürlich weiß auch er, dass gelegentlich Menschen mit Fiftyfifty-Heften zu Betteln versuchten. "Schwarze Schafe" seien das, die neuerdings keine Chance mehr hätten. "Wir stempeln die Zeitungen jetzt alle mit der Verkäufer-Nummer, um im Missbrauchsfall den Verantwortlichen zu ermitteln", so Ostendorf. Es gebe auch einen Aufnahmestopp für Roma im Verkäufer-Stamm des Obdachlosen-Magazins.

Aber, warnt der Fiftyfifty-Geschäftsführer: "Es ist nicht so, dass diese Menschen verschwinden, wenn es unser Projekt nicht mehr gäbe. Es würde sich nur niemand mehr um sie kümmern — mit verheerenden Folgen auch für den sozialen Frieden."

(RP)